Während der Sommerzeit ist in eurem Verein wahrscheinlich nicht so viel los. Wenn Mitglieder im Urlaub sind oder wegen Kinderbetreuung weniger Zeit fürs Engagement haben, ist das nicht die beste Zeit, neue Pläne zu schmieden oder tolle Aktionen zu planen.

Wir haben euch stattdessen ein paar Ideen mitgebracht, wie ihr die Sommerzeit nutzen könnt, wenn ihr gerade nicht im Team arbeiten könnt. Alle hier vorgestellten Ideen lassen sich alleine bewerkstelligen – so dass ihr dann die neugewonnenen Erkenntnisse oder Verbesserungen in die erste Teamsitzung nach der Sommerpause mitbringen könnt. Lob garantiert!

Aktivität 1: Checkt eure Website auf Fehler und Aktualität!

Die Website ist das Online-Zuhause eures Vereins. Wenn sie veraltet ist oder Fehler enthält, finden Interessierte nicht zu euch oder kontaktieren euch nicht. So könnt ihr eure Website auf Fehler überprüfen:

  1. Ansprechpartner*innen, Kontaktformulare und Co: kann ich euch kontaktieren und landet meine E-Mail dann bei der richtigen Person?
  2. Links und Unterseiten: Klickt euch komplett durch die Website, auch auf die verwinkelten Unterseiten, die ihr normalerweise nie anschaut. Funktioniert alles oder kommt eine “Error 404”-Fehlerseite? Sind die Links, die auf externe Seiten führen, noch aktuell?
  3. Rechtschreibfehler, Kommasetzung, Grammatik und Co: Ist alles richtig geschrieben? Denkt daran, dass diese Details auf eure Glaubwürdigkeit einzahlen!

Aktivität 2: Wertet eure Website- und Social-Media-Statistiken aus und generiert daraus neue Ideen!

Zahlen sind in den sozialen Netzwerken omnipräsent: Wir sehen sofort, wie viele Herzchen oder Daumen hoch ein Beitrag bekommen hat. Es lohnt sich aber, tiefer in diese Zahlen einzusteigen und nicht nur auf die einzelnen Beiträge zu schauen, sondern aufs große Ganze.

Guckt euch die Statistiken der letzten 30 oder 90 Tage und versucht, Muster zu erkennen: Was für Beiträge kommen gut an? Was für Beiträge stoßen Diskussionen an? Was für Beiträge bringen uns neue Kontaktanfragen oder Spenden?

Durch Analysen seht ihr euren Fortschritt und könnt daraus nächste Schritte für die Social-Media-Strategie ableiten. Mehr von dem was funktioniert, weniger von dem, was bei der Zielgruppe nicht so gut ankommt.

Auch die Website-Statistiken sind aussagekräftig: Durch welche Suchbegriffe kommen die Leute auf eure Plattform? Welche Unterseite oder welcher Blogbeitrag wird am häufigsten aufgerufen? Falls ihr das noch nicht getan habt, solltet ihr die Google Search Console für eure Website nutzen. Gerade die Suchbegriffe geben tolle Ideen für Blogposts und Co.

Ein Beispiel von uns: Wir sehen, dass viele Leute nach “öffentlichkeitsarbeit beispiele“ gegoogelt haben. Wir könnten also ein Blogbeitrag nach dem Muster “5 gute Beispiele für Öffentlichkeitsarbeit im Verein” schreiben und können uns sicher sein, dass das einige Leute interessiert.

Aktivität 3: Bringt eure Informationen in ein anderes Medium!

Ihr habt mit Sicherheit viele Informationen zu eurem Verein (z.B. wie man mitmachen kann oder wie ihr eure Spendengelder einsetzt) oder zu eurem Thema (z.B. Was man beachten sollte, wenn man eine Katze aus dem Tierschutz adoptiert oder Ratschläge zur Ernährung bei Rheuma). In welcher Form existiert dieses Wissen? Als Text auf eurer Website? Als PDF-Broschüre? Als Erklärvideo?

Nehmt dieses Wissen und wandelt es in ein anderes Medium um:

  • Sprecht einen Text ein und macht daraus einen Podcast.
  • Fügt B-Roll zu einem Podcast hinzu und macht daraus ein Video für YouTube.
  • Transkribiert ein Video und macht daraus einen Text.

Damit erhöht ihr nicht nur eure Sichtbarkeit, weil Leute auf anderen Wegen auf euch stoßen können, sondern ihr erhöht auch die Zugänglichkeit: Wer zum Beispiel ungerne liest, kann stattdessen eure Informationen hören.

Aktivität 4: Nutzt die Zeit für Wissensmanagement!

Wissensmanagement ist der strategische und systematische Weg, Wissen zu erfassen, zu speichern, zu teilen und zu bewahren. Leider geht Wissen in Vereinen schnell verloren, wenn Mitglieder austreten oder die Dokumentation vernachlässigt wird. Ruhige Zeiten sind deshalb eine wunderbare Gelegenheit, die vergangenen Monate Revue passieren zu lassen und die neu gewonnenen Erkenntnisse aufzuschreiben, z.B. als Anleitungen, Wiki-Artikel, Checklisten und Co.

Mehr dazu findet ihr in unserem kostenlosen Onlinekurs zu Wissensmanagement.

Aktivität 5: Bildet euch weiter und lernt neue Skills!

Wir leben in einer Zeit, in der neue Fähigkeiten gefragt sind. Das Erlernen von Skills ist nicht nur für die Vereinsarbeit nützlich, sondern kann zum Beispiel auch für die Karriere einen Vorteil bedeuten.

Welche Fähigkeiten ihr für eure Rolle im Engagement braucht, wisst ihr natürlich am besten. Aber hier sind ein paar Vorschläge aus dem Kommunikationsfeld, die wir für sehr nützlich halten:

  • Grafik- und Videobearbeitung
  • Rhetorik und Public Speaking
  • Storytelling
  • Moderationstechniken
  • Projektmanagement, Wissensmanagement und Produktivität

(Wenn ihr euch lieber in Vereinssteuerrecht oder Maschinenwartung einfuchsen wollt, könnt ihr das natürlich auch gerne tun – da können wir nur nicht behilflich sein!)

Unsere kostenlosen Onlinekurse kennt ihr ja sicher schon. Daneben gibt es noch weitere Lernplattformen für Engagierte wie die Betterplace Academy und die Webinarreihe bei Stifter-helfen, sowie allgemeine Kursplattformen wie Skillshare oder Udemy (kostenpflichtig). Zu vielen Themen, gerade sehr konkreten (“Wie entferne ich Hintergrundrauschen mit Audacity?”), findet ihr auch bei YouTube tolle kostenlose Tutorials. Und unseren erzähl davon Podcast mit über 100 Folgen kennt ihr hoffentlich auch!


Fazit: Wer im Sommer lieber die Füße hochlegen und eine Pause vom Engagement machen will, kann das natürlich tun. Wer jedoch freie Zeit hat und nicht so recht weiß, wie man sie am besten einsetzt, findet mit dieser Liste hoffentlich eine Anregung, die Sommerpause im Verein produktiv zu nutzen.

Foto von Andrea Piacquadio von Pexels