Einen Podcast erstellen, Teil 2: Technik

Ihr habt also ein Konzept für einen Podcast, aber wisst noch gar nicht, wie ihr ihn praktisch umsetzen könnt? Deswegen sprechen wir in dieser Folge über die ganze Technik, die nötig ist, um einen Podcast zu produzieren. Wie nehme ich den Podcast auf? Mit welchem Programm bearbeite ich ihn? Wo ladet man die Folgen hoch und wie kommen sie an meine zukünftigen Hörer*innen? All diese Fragen beantworten wir euch und ihr werdet sehen: so kompliziert ist das Ganze eigentlich gar nicht!

Das hier ist Teil 2 einer kleinen Serie. Im ersten Teil haben wir angeschaut, welche Fragen ihr für euer Konzept beantworten müsst.

Inhalt

00:05Intro
00:31Wie kommt der Podcast zu den Hörer*innen?
07:43Aufnahme- bzw. Interviewvorbereitung
08:02Notizen vs. Skript
11:04Aufnahmetechnik
12:31Aufnahme mit mehreren Personen
14:37Tonqualität verbessern
16:51Double Ender
18:38Aufnahme mit Audacity
20:51Audiobearbeitung und -schnitt
22:55Redaktionelle Zusammenarbeit
23:57Produktions-Workflow
25:15Checkliste für die Postproduktion
26:11Kommunikation mit dem Gast vereinfachen
27:24Distribution
27:44Transkript
29:13Verbreitung des Podcasts
33:43Checkliste: Technik für einen Podcast

Podcast-Technik: Was ihr wirklich braucht, um loszulegen

Ihr habt ein Podcast-Konzept, Themenideen und vielleicht sogar schon die ersten möglichen Gäste im Kopf – und dann kommt die Technik.

MP3, RSS-Feed, Hoster, Mikrofone, Schnittprogramme, Remote-Interviews … das klingt erstmal nach einem großen, teuren und komplizierten Projekt.

Die gute Nachricht: Podcast-Technik muss weder kompliziert noch besonders teuer sein. Ihr könnt mit dem starten, was ihr bereits habt, und eure Ausstattung später immer noch erweitern.

Damit das gelingt, hilft es aber, einmal zu verstehen, wie die einzelnen Bausteine zusammenspielen. Denn ein Podcast besteht nicht nur aus einer Aufnahme und einem Upload bei Spotify.

Wie kommt ein Podcast eigentlich zu den Menschen?

Stellt euch vor, eure Podcast-Folge ist fertig aufgenommen und als MP3-Datei gespeichert. Diese Datei muss jetzt irgendwo im Internet liegen, damit andere Menschen sie anhören oder herunterladen können.

Genau dafür braucht ihr einen Podcast-Hoster.

Ein Hoster stellt euch Speicherplatz zur Verfügung. Dort ladet ihr eure MP3-Dateien hoch und hinterlegt gleichzeitig die Informationen zu eurem Podcast:

  • den Namen eures Podcasts
  • eine Beschreibung
  • die passende Kategorie
  • das Cover
  • Informationen zu einzelnen Folgen

Bekannte Podcast-Hoster im deutschsprachigen Raum sind zum Beispiel Podcaster.de oder Podigee. Das sind kostenpflichtige Angebote, für die ihr in der Regel monatlich ein paar Euro zahlt.

Es gibt aber auch kostenlose Möglichkeiten. Anchor, inzwischen Teil von Spotify, wurde genau dafür lange häufig genutzt: Podcast starten, Dateien hochladen, veröffentlichen – ohne monatliches Budget. Update: Der Dienst heißt mittlerweile Spotify for Creators und ist eine Art kostenloser Hoster.

Das kann gerade für kleine Vereine, Initiativen oder Projekte attraktiv sein, die mit null Euro anfangen müssen. Gleichzeitig solltet ihr euch bewusst machen: Bei kostenlosen Plattformen können sich Funktionen, Bedingungen oder Preise jederzeit ändern.

Wenn ihr Budget habt und langfristig planen möchtet, kann ein kostenpflichtiger Hoster deshalb die verlässlichere Wahl sein. Wenn ihr erstmal ausprobieren wollt, ob Podcasting überhaupt zu euch passt, kann eine kostenlose Lösung ein sinnvoller Einstieg sein.

Schaubild über Podcast-Technik

Spotify und Apple Podcasts sind keine Speicherorte

Ein häufiges Missverständnis: Viele denken, sie müssten jede Podcast-Folge direkt bei Spotify, Apple Podcasts oder einer bestimmten Podcast-App hochladen.

Das ist normalerweise nicht so.

Spotify, Apple Podcasts und andere Podcast-Apps sind vor allem Verzeichnisse. Ihr könnt sie euch wie Schaufenster vorstellen: Dort wird euer Podcast gefunden, gesucht und abonniert – die eigentlichen Audiodateien liegen aber bei eurem Hoster.

Die Verbindung zwischen Hoster und Verzeichnissen funktioniert über einen RSS-Feed.

RSS ist eine Internettechnologie, mit der Inhalte abonniert werden können. Euer Podcast-Hoster erstellt diesen Feed automatisch. Sobald ihr eine neue Folge hochladet, wird sie im RSS-Feed ergänzt. Die Podcast-Verzeichnisse greifen auf diesen Feed zu und erkennen: Es gibt etwas Neues.

Ihr reicht also nicht jede einzelne Folge neu bei Apple oder Spotify ein. Stattdessen meldet ihr euren Podcast einmalig mit seiner RSS-Adresse bei den wichtigen Verzeichnissen an.

Danach läuft vieles automatisch.

Wann braucht ihr überhaupt einen „richtigen“ Podcast?

Natürlich könnt ihr auch einfach eine Audiodatei auf eurer Website einbetten. Menschen klicken auf einen Play-Button, hören euch zu und fertig.

Das kann völlig ausreichen – zum Beispiel, wenn eure Zielgruppe ohnehin keine Podcasts nutzt und ihr einfach eine gesprochene Ergänzung zu euren Website-Inhalten anbieten möchtet.

Ein Podcast im üblichen Sinn wird daraus aber erst durch die RSS-Technologie und die Möglichkeit, ihn in Podcast-Apps zu abonnieren.

Fragt euch deshalb:

  • Wollt ihr, dass Menschen euren Podcast über Spotify, Apple Podcasts und andere Apps entdecken?
  • Wollt ihr regelmäßig neue Folgen veröffentlichen?
  • Soll euer Format abonnierbar sein?
  • Passt Audio als eigenständiger Kommunikationskanal zu eurer Zielgruppe?

Wenn ihr diese Fragen mit Ja beantwortet, dann braucht ihr einen Hoster und einen RSS-Feed.

Ein Nachteil von Podcasts: Die Statistiken sind begrenzt

Bei YouTube oder Instagram ist der Weg ziemlich klar: Menschen sehen Inhalte innerhalb einer Plattform, und die Plattform liefert euch umfangreiche Statistiken dazu.

Ihr könnt dort zum Beispiel nachvollziehen, über welche Suche Menschen gekommen sind, wie lange sie ein Video angesehen haben oder ob sie danach euren Account abonniert haben.

Bei Podcasts ist das schwieriger.

Menschen hören über ganz unterschiedliche Apps, Geräte und Wege: über Apple Podcasts, Spotify, andere Podcast-Player, eingebettete Player auf Websites oder direkt über einen RSS-Feed. Dadurch sind Podcast-Statistiken häufig weniger detailliert und nicht so leicht interpretierbar wie bei vielen Social-Media-Kanälen.

Das ist kein Grund, keinen Podcast zu starten. Ihr solltet nur nicht erwarten, dass ihr jede einzelne Hörentscheidung exakt nachvollziehen könnt.

Ein Podcast ist ein guter Kommunikationskanal – aber kein Kanal mit perfekten Daten.

Notizen oder Skript: Wie viel Vorbereitung braucht eine Folge?

Bevor ihr auf Aufnahme drückt, kommt eine wichtige redaktionelle Entscheidung: Arbeitet ihr mit einem vollständigen Skript, mit Stichworten oder komplett frei?

Alle drei Varianten können funktionieren. Welche davon für euch passt, hängt von eurem Format, euren Themen und eurer Sicherheit beim Sprechen ab.

Mit Notizen sprechen

Notizen sind oft die natürlichste Lösung. Ihr habt einen roten Faden, wisst, welche Fragen oder Punkte ihr ansprechen wollt, lest aber keine ausformulierten Sätze vor.

Das kann angenehm und lebendig klingen. Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass ihr euch verheddert, lange Denkpausen macht oder in Nebenthemen abdriftet.

Und: Was in der Aufnahme spontan und locker wirkt, kann im Schnitt mehr Arbeit machen. Ähs, Öhs, Wiederholungen, Versprecher und längere Pausen müssen eventuell nachträglich entfernt werden.

Mit einem Skript arbeiten

Ein ausführliches Skript bedeutet erstmal mehr Vorbereitung. Ihr sortiert eure Gedanken, recherchiert sauber und könnt sicherstellen, dass kein wichtiger Punkt fehlt.

Das ist besonders hilfreich, wenn ihr über komplexe Themen sprecht, bei denen euch Genauigkeit wichtig ist. Auch wenn ihr beim Sprechen schnell nervös werdet, kann ein Skript euch Sicherheit geben.

Zusätzlich lässt sich ein gutes Skript später leichter weiterverwenden – zum Beispiel als Grundlage für einen Blogartikel, ein Transkript oder Social-Media-Inhalte.

Der Haken: Geschriebene Sprache klingt anders als gesprochene Sprache.

Ein perfekter schriftlicher Text kann vorgelesen schnell steif und künstlich wirken. Menschen sprechen in Satzabbrüchen, machen Umwege, ändern mitten im Satz die Grammatik und formulieren spontan um. Genau das macht gesprochene Sprache menschlich.

Wenn ihr mit Skript arbeitet, schreibt deshalb so, wie ihr sprechen würdet. Und übt das Vorlesen. Ein Podcast-Skript ist kein wissenschaftlicher Aufsatz und keine Pressemitteilung.

Am Ende hilft nur ausprobieren: Welche Vorbereitungsform passt zu euch, eurem Thema und eurem Podcast-Konzept?

Welches Mikrofon braucht ihr für einen Podcast?

Die einfachste Antwort lautet: Nutzt erstmal, was ihr bereits habt.

Ein Smartphone mit eingebautem Mikrofon kann für erste Tests reichen. Vielleicht besitzt jemand in eurem Team schon ein gutes Headset, ein Gaming-Mikrofon oder Kopfhörer mit Mikrofonfunktion. Auch damit könnt ihr anfangen.

Bitte kauft nicht sofort die teuerste Technik, nur weil ihr vielleicht irgendwann einen Podcast machen möchtet.

Testet erst, ob euch das Format Spaß macht und ob ihr es langfristig durchhaltet.

Smartphone und Headset

Für erste Solo-Folgen, Sprachaufnahmen oder einfache Interviews kann ein Smartphone eine erstaunlich brauchbare Lösung sein. Wichtig ist vor allem eure Aufnahmeumgebung – dazu gleich mehr.

Ein gutes Headset kann ebenfalls helfen, besonders bei Online-Interviews. Viele Menschen haben durch Arbeit, Gaming oder Musik bereits brauchbare Technik zu Hause.

Mobiles Aufnahmegerät

Wenn ihr unterwegs aufnehmen möchtet, ist ein mobiles Aufnahmegerät sinnvoll. Damit könnt ihr beispielsweise bei Veranstaltungen, auf der Straße oder direkt vor Ort Interviews führen.

Ein Beispiel für ein solches Gerät ist das Zoom H2n. Es wird mit Batterien betrieben und nimmt die Audiodatei auf einer SD-Karte auf.

Für Formate, die viel außerhalb eines festen Aufnahmeortes stattfinden, kann das eine gute Investition sein.

USB-Mikrofon

Wenn ihr meistens zu Hause oder an einem festen Arbeitsplatz aufnehmt, ist ein USB-Mikrofon oft eine günstige und einfache Lösung.

Ihr schließt es direkt an euren Computer an und könnt damit eine deutlich bessere Tonqualität erzielen als mit vielen eingebauten Laptop-Mikrofonen.

Für viele Podcast-Projekte ist das bereits vollkommen ausreichend.

Ihr müsst nicht alles kaufen

Gerade Vereine und Initiativen müssen mit ihren Ressourcen haushalten. Bevor ihr Geld ausgebt, schaut deshalb erstmal, was ihr ausleihen oder über Kooperationen organisieren könnt.

  • Fragt im Freundes- und Bekanntenkreis nach Mikrofonen oder Aufnahmegeräten.
  • Schaut in eurem Vereinsnetzwerk: Vielleicht gibt es Menschen, die Musik machen oder selbst podcasten.
  • Erkundigt euch bei Medienzentren oder ähnlichen Einrichtungen in eurer Stadt.
  • Prüft, ob es lokale Tonstudios oder Agenturen gibt, mit denen eine Kooperation möglich wäre.

Vielleicht darf euer Projekt einmal im Monat ein Tonstudio nutzen und nennt das Unternehmen im Gegenzug als Unterstützer auf der Website. Solche Lösungen sind nicht immer möglich – aber fragen kostet erstmal nichts.

Wie bekommt ihr auch mit wenig Technik guten Ton?

Ein teures Mikrofon hilft euch wenig, wenn ihr in einem halligen Raum neben einem offenen Fenster aufnehmt, während im Hintergrund jemand telefoniert.

Die Aufnahmeumgebung macht einen riesigen Unterschied.

Bevor ihr loslegt, macht eine Probeaufnahme. Setzt Kopfhörer auf, hört genau hin und fragt euch: Was hört das Mikrofon, das ich im Alltag vielleicht gar nicht mehr wahrnehme?

Typische Störquellen sind:

  • Verkehr, offene Fenster oder bellende Hunde
  • laute Gespräche oder Telefonate im Nebenraum
  • Hall durch kahle Wände und große leere Räume
  • klimpernder Schmuck
  • Handys oder andere Geräte mit Störfrequenzen

Viele Textilien im Raum helfen gegen Hall. Deshalb nehmen manche Menschen tatsächlich im Kleiderschrank auf oder legen sich eine Decke über den Kopf. Das klingt erstmal absurd, kann aber akustisch sinnvoll sein: Stoff schluckt Schall, kahle Wände werfen ihn zurück.

Ihr müsst nicht direkt einen professionellen Sprecherraum bauen. Aber ihr könnt einfache Dinge tun:

  • Fenster schließen
  • Handy in den Flugmodus legen
  • klimpernde Ohrringe oder Schmuck abnehmen
  • laute Mitmenschen um eine ruhige Stunde bitten
  • nicht direkt nach dem Aufstehen aufnehmen, sondern die Stimme vorher etwas warm sprechen

Das sind Kleinigkeiten – aber sie können darüber entscheiden, ob eure Folge angenehm klingt oder anstrengend zu hören ist.

Remote-Interviews: Zoom, Spezialsoftware oder Double-Ender?

Viele Podcasts bestehen nicht nur aus Solo-Folgen. Vielleicht möchtet ihr Expert*innen interviewen, mit anderen Organisationen sprechen oder ein Co-Hosting-Format umsetzen.

Wenn alle Personen im selben Raum sitzen, könnt ihr mit mehreren Mikrofonen arbeiten. Idealerweise bekommt dabei jede Person eine eigene Tonspur.

Wenn Gesprächspartner*innen weiter entfernt wohnen, braucht ihr eine Lösung für Remote-Aufnahmen. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Videokonferenz-Tools wie Zoom
  • spezialisierte Aufnahme-Software wie Riverside
  • einen sogenannten Double-Ender

Was ist ein Double-Ender?

Beim Double-Ender sprecht ihr über ein Tool wie Zoom oder Telefon miteinander – aber nehmt eure Stimmen jeweils unabhängig davon bei euch vor Ort auf.

Das Gesprächs-Tool dient dann nur dazu, dass ihr euch hören könnt. Die eigentliche Aufnahme läuft auf beiden Seiten separat: zum Beispiel über ein Aufnahmegerät, ein USB-Mikrofon am Computer oder ein Smartphone.

Nach dem Gespräch werden die beiden Audiodateien zusammengeführt.

Das ist besonders sinnvoll, wenn die Internetverbindung nicht stabil ist oder ihr eine bessere Tonqualität sichern möchtet. Selbst wenn ihr eine gute Aufnahme-Software nutzt, kann ein zusätzlicher Double-Ender eine sinnvolle Absicherung sein.

Allerdings müssen eure Gäste dafür technisch ein wenig mitmachen. Bei podcast-erfahrenen oder technikaffinen Personen ist das meist kein Problem. Bei anderen solltet ihr vorher kurz erklären, testen und klare Anweisungen geben.

Warum jede Person eine eigene Tonspur bekommen sollte

Wenn zwei Menschen gemeinsam in ein Mikrofon sprechen, spart das erstmal Technik. Im Schnitt macht es euch aber das Leben schwer.

Stellt euch vor: Eine Person erzählt gerade etwas Wichtiges, während die andere hustet, sich räuspert oder laut atmet. Wenn beide auf derselben Spur liegen, könnt ihr das Husten nicht entfernen, ohne auch die sprechende Person zu beeinflussen.

Bei getrennten Tonspuren ist das viel einfacher. Ihr könnt die Spur der hustenden Person an dieser Stelle leiser machen oder kurz stummschalten, während die andere Stimme sauber hörbar bleibt.

Je besser ihr die Aufnahme vorbereitet, desto weniger müsst ihr später im Schnitt retten.

Welche Software braucht ihr zum Aufnehmen und Schneiden?

Wenn ihr mit Smartphone oder Aufnahmegerät aufnehmt, liegt die Datei direkt auf dem Gerät oder der SD-Karte. Bei einem USB-Mikrofon braucht ihr dagegen eine Software auf eurem Computer, die den Ton aufzeichnet.

Eine bekannte kostenlose Lösung ist Audacity.

Audacity ist nicht unbedingt die schönste Software der Welt. Aber sie ist kostenlos, relativ leicht zu lernen und es gibt unzählige Tutorials dazu. Für viele einfache Podcast-Projekte reicht sie vollkommen aus.

Auf dem Mac ist GarageBand eine mögliche Alternative. Auch damit könnt ihr aufnehmen und schneiden.

Ihr müsst nicht sofort jede Funktion verstehen. Konzentriert euch erstmal auf die Grundlagen.

Was gehört eigentlich zum Podcast-Schnitt?

Aus einer rohen Aufnahme wird nicht automatisch eine fertige Podcast-Folge. Beim Schnitt geht es darum, die Aufnahme angenehmer und klarer hörbar zu machen.

Typische Arbeitsschritte sind:

  • Pausen und Denkpausen kürzen
  • Versprecher oder Neustarts entfernen
  • Ähs und Öhs reduzieren, wenn sie stören
  • unterschiedliche Lautstärken angleichen
  • lautes Lachen oder plötzliche Geräusche abmildern
  • Intro und Outro hinzufügen
  • Musik, atmosphärische Geräusche oder weitere Einspieler ergänzen
  • gegebenenfalls Werbung oder Hinweise einfügen

Natürlich könnt ihr euch auch bewusst gegen einen großen Schnitt entscheiden. Ihr könnt auf Start drücken, sprechen und danach direkt veröffentlichen.

Das kann authentisch wirken und spart Zeit. Für die Hörbarkeit ist ein kleiner Schnitt aber meistens besser.

Ihr müsst nicht jedes natürliche Atemgeräusch entfernen und jede Sekunde glattbügeln. Aber die größten Versprecher, besonders lange Pausen oder plötzliche Lautstärke-Spitzen solltet ihr bearbeiten.

Ein bisschen Schnitt ist ein Service für alle, die euch zuhören.

Wer macht was? Plant euren Podcast-Workflow

Ein Podcast ist nicht nur eine Aufgabe. Besonders wenn ihr als Verein, Initiative oder Organisation arbeitet, kommen viele verschiedene Rollen zusammen.

Zum Beispiel:

  • Ideen entwickeln und Themen recherchieren
  • Folgen planen
  • Skripte oder Notizen vorbereiten
  • Gäste anfragen und betreuen
  • moderieren und Interviews führen
  • aufnehmen
  • schneiden und nachbearbeiten
  • Shownotes schreiben
  • Folgen hochladen und veröffentlichen
  • Social-Media-Beiträge und Grafiken erstellen
  • die finale Folge freigeben

Das kann eine Person machen. Es kann aber auch ein ganzes Podcast-Team daran beteiligt sein.

Wichtig ist, dass ihr euren Ablauf frühzeitig klärt. Denn viele Podcast-Projekte werden nicht an der Technik scheitern, sondern an unklaren Zuständigkeiten.

Wenn eine Person auf Informationen von drei anderen warten muss, wenn eine Folge ständig hin- und hergeschickt wird oder wenn niemand weiß, wer am Ende die Veröffentlichung freigibt, entsteht Frust.

Erstellt eine einfache Podcast-Checkliste

Schreibt euch auf, welche Schritte eure Podcast-Produktion wirklich enthält. Danach könnt ihr verteilen, wer jeweils zuständig ist.

Eine einfache Checkliste könnte so aussehen:

  1. Thema und Ziel der Folge festlegen
  2. Recherche, Skript oder Notizen vorbereiten
  3. Gast anfragen und Termin organisieren
  4. Aufnahme durchführen
  5. Dateien sichern und gegebenenfalls im Team teilen
  6. Folge schneiden und bearbeiten
  7. Shownotes, Titel und Beschreibung schreiben
  8. Cover oder Folgen-Grafik erstellen
  9. Folge gegenhören und freigeben
  10. Beim Hoster hochladen und terminieren
  11. Blogpost, Transkript oder begleitende Inhalte erstellen
  12. Folge über Website, Newsletter und Social Media verbreiten

Schaut dabei auch, wo ihr euch mit Vorlagen Arbeit sparen könnt. Vielleicht gibt es ein festes Muster für Shownotes, wiederkehrende Formulierungen für die Folgenbeschreibung oder Vorlagen für Social-Media-Grafiken.

Je weniger ihr bei jeder neuen Folge bei null anfangen müsst, desto realistischer wird es, langfristig dranzubleiben.

Gäste: Holt euch die Infos frühzeitig

Wenn ihr Gäste interviewt oder Co-Hosting-Folgen plant, erstellt ein kleines Infodokument oder Briefing.

Darin könnt ihr erklären:

  • Worum geht es in eurem Podcast?
  • Wie läuft die Aufnahme ab?
  • Wie lange dauert das Gespräch ungefähr?
  • Welche technische Vorbereitung ist nötig?
  • Was braucht ihr vorab von der Person?

Fragt die Informationen, die ihr später benötigt, direkt mit ab. Zum Beispiel ein Foto, die Website, Social-Media-Profile oder die gewünschte Berufsbezeichnung.

Sonst passiert später schnell das hier:

„Kannst du uns noch ein Foto schicken?“

„Wie lautet eigentlich deine Website?“

„Bist du auf Instagram? Wir würden dich gerne verlinken.“

Das sind keine dramatischen Fragen. Aber sie kosten Zeit, unterbrechen Abläufe und machen es für eure Gäste unnötig kompliziert.

Wenn alle Infos an einem Ort liegen, könnt ihr die Folge später deutlich entspannter vorbereiten und bewerben.

Nach dem Upload seid ihr noch nicht fertig

Die fertige MP3-Datei beim Hoster hochzuladen ist ein wichtiger Schritt. Aber die Veröffentlichung allein sorgt noch nicht automatisch dafür, dass Menschen euren Podcast finden.

Denkt deshalb auch über Distribution und Weiterverwertung nach.

Warum ein Transkript oder Blogartikel sinnvoll sein kann

Ein Transkript bringt euren Podcast vom Medium Audio zurück ins Medium Text.

Das hat gleich mehrere Vorteile:

  • Menschen können selbst entscheiden, ob sie lieber hören oder lesen möchten.
  • Ihr schafft mehr Barrierefreiheit und berücksichtigt unterschiedliche Lern- und Nutzungsgewohnheiten.
  • Suchmaschinen können Text besser erfassen als gesprochene Inhalte.
  • Ihr habt eine Grundlage für Zitate, Newsletter, Social-Media-Beiträge und andere Micro-Content-Formate.
  • Menschen können schnell scannen, worum es in einer Folge geht.

Wenn ihr ohnehin mit einem ausführlichen Skript arbeitet, habt ihr bereits eine gute Grundlage für einen Blogartikel. Wenn ihr nur mit Notizen arbeitet, ist der Aufwand größer – aber auch dann kann ein Transkript oder ein nachträglich geschriebener Artikel sehr wertvoll sein.

Podcast auf YouTube und Social Media verbreiten?

Podcast-Verzeichnisse wie Spotify und Apple Podcasts sind wichtig. Aber sie müssen nicht eure einzigen Verbreitungswege sein.

Viele Menschen nutzen auch YouTube, um Podcasts zu hören. Ihr könnt euren Podcast deshalb als Videopodcast aufnehmen, mit Präsentationsfolien ergänzen oder auch einfach mit einem Standbild veröffentlichen.

YouTube ist außerdem eine Suchmaschine. Wenn ihr die Ressourcen habt, kann es sinnvoll sein, eure Folgen auch dort auffindbar zu machen.

Social Media kann ebenfalls helfen – entweder über eigene Podcast-Accounts oder über eure bestehenden Kanäle.

Ihr müsst dafür nicht jede Folge komplett neu erfinden. Oft reicht es, einen interessanten Gedanken, ein Zitat oder eine konkrete Frage aus der Folge herauszugreifen.

Aus einer Podcast-Folge können zum Beispiel entstehen:

  • ein Zitat als Grafik
  • ein kurzer audiovisueller Ausschnitt
  • eine Frage an eure Community
  • eine Infografik zu einem Aspekt der Folge
  • ein LinkedIn- oder Facebook-Beitrag mit einer Kernaussage
  • ein Newsletter-Hinweis

Wenn ihr diese Weiterverwertung schon bei der Planung mitdenkt, wird es später leichter. Fragt euch bei der Vorbereitung: Welche Aussagen aus dieser Folge könnten auch als eigenständiger kurzer Beitrag funktionieren?

Lasst eure Gäste bei der Verbreitung helfen

Wenn ihr ein Interview veröffentlicht, bittet euren Gast gerne darum, die Folge ebenfalls zu teilen.

Macht es der Person aber so leicht wie möglich. Statt nur einen Link zu schicken, könnt ihr direkt Material vorbereiten:

  • eine fertige Grafik
  • ein starkes Zitat aus dem Gespräch
  • einen kurzen Textvorschlag
  • Links zu den wichtigsten Plattformen

Dann muss die Person nicht selbst überlegen, was sie posten könnte. Sie kann euren Vorschlag direkt nutzen oder unkompliziert anpassen.

Podcast-PR: Seid selbst bei anderen Podcasts zu Gast

Eine weitere Möglichkeit, euren Podcast bekannter zu machen: Bewerbt euch als Gast bei anderen Podcasts.

Das ist besonders sinnvoll, weil ihr dort Menschen erreicht, die Podcasts ohnehin mögen und regelmäßig hören.

Über Social Media könnt ihr zwar viele Menschen auf euren Podcast aufmerksam machen. Aber nicht jede Person ist in diesem Moment bereit, eine längere Audiofolge anzuhören.

Bei einem anderen Podcast ist die Ausgangslage anders: Das Publikum hat sich bereits bewusst für ein Audioformat entschieden.

Menschen, die Podcasts hören, sind die wahrscheinlichste Zielgruppe für euren Podcast.

Denkt an Bewertungen und eure bestehenden Kontaktpunkte

Bewertungen und Rezensionen können dabei helfen, dass euer Podcast sichtbarer wird. Bittet deshalb ruhig um ehrliches Feedback – und natürlich gerne auch um positive Bewertungen, wenn eure Folgen gefallen.

Außerdem könnt ihr überlegen, wo Menschen ohnehin schon mit euch in Kontakt kommen:

  • auf eurer Website
  • in eurem Newsletter
  • in der E-Mail-Signatur
  • auf Flyern und anderen Printmaterialien
  • bei Veranstaltungen
  • auf euren Social-Media-Profilen

Vielleicht könnt ihr einen Podcast-Player auf eurer Website einbetten. Vielleicht ergänzt ihr eure Signatur um einen Podcast-Hinweis. Vielleicht verweist ein QR-Code auf einem Flyer direkt auf eure aktuellen Folgen.

Ein Podcast muss nicht isoliert neben eurer restlichen Kommunikation stehen. Je besser ihr ihn in bestehende Kontaktpunkte einbindet, desto leichter wird er gefunden.

Die Podcast-Technik-Checkliste

Zum Schluss: Was braucht ihr nun konkret, um einen Podcast technisch umzusetzen?

  • eine Aufnahmemöglichkeit, zum Beispiel Smartphone, Headset, Aufnahmegerät oder USB-Mikrofon
  • eine Schnitt- und Aufnahme-Software, zum Beispiel Audacity oder GarageBand
  • bei Remote-Interviews gegebenenfalls ein Tool für Online-Aufnahmen
  • eine Möglichkeit, Dateien im Team zu teilen, etwa über eine Cloud
  • einen Podcast-Hoster für eure fertigen Audiodateien
  • ein Tool für Cover-Grafiken, Folgenbilder oder Social-Media-Inhalte
  • bei Bedarf ein Tool für Transkriptionen
  • einen Ort für Projektmanagement, Redaktionsplan, Skripte, Notizen und To-dos

Das klingt nach einer langen Liste. Aber vieles davon habt ihr vielleicht längst: einen Computer, ein Smartphone, Kopfhörer, eine Cloud, ein gemeinsames Dokument oder ein Projektmanagement-Tool.

Der wichtigste Schritt ist nicht, sofort die perfekte Technik zu besitzen.

Der wichtigste Schritt ist, eine erste Folge aufzunehmen, daraus zu lernen und euren Podcast dann Stück für Stück besser zu machen.

Links

Diese Folgen von uns passen dazu:

https://erzaehldavon.de/podcast/108-anchor/
https://erzaehldavon.de/podcast/129-teaser-content-vs-microcontent/
https://erzaehldavon.de/podcast/128-podcast-pr/

Workshop oder Beratung buchen

Braucht ihr Unterstützung bei eurer Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikationsstrategie? Infos zu unseren Angeboten findet ihr hier: https://erzaehldavon.de/workshops-und-beratung/

Über erzähl davon

Folgt uns auf Instagram, um uns bei der Arbeit über die Schulter zu gucken: @erzaehldavon

Mehr zu unserem Projekt auf erzaehldavon.de. Jetzt anmelden und Kurse besuchen: erzaehldavon.de

Auf dem Laufenden bleibt ihr mit dem monatlichen erzähl davon Newsletter

Podcast abonnieren

erzähl davon – der Podcast für gute Kommunikation im Ehrenamt.

Abonnieren auf Apple Podcasts: erzähl davon

Für Android-User: Subscribe on Android, zum Beispiel mit der Podcast Addict-App

You May Also Like