organisiert euch! Onlinekurse mit Julia Junge

Es gibt ein neues, kostenloses Weiterbildungsangebot für Engagierte: „organisiert euch!“ beinhaltet vier Selbstlern-Onlinekurse rund ums Engagement:

  1. Moderation (von Julia Junge von der Bewegungsakademie)
  2. Projektmanagement (von Wiebke Herding)
  3. Öffentlichkeitsarbeit (von Katrin Gildner, aka Katrin von erzähl davon)
  4. Mehr werden (von Alice und Biggi von der Bewegungsschule)

Die Kurse sind kostenlos, modular aufgebaut, zeit- und ortsunabhängig nutzbar und stehen unter einer Creative-Commons-Lizenz. Sowohl für die individuelle Weiterbildung als auch für das gemeinsame Lernen in der Gruppe sind die Kurse geeignet. In der Folge gibt Julia auch gute Tipps, wie man den Vorschlag, sich gemeinsam weiterzubilden, in die Gruppe mitreinbringen kann.

Inhalt

00:14Intro von Luisa & Katrin
01:11Was ist organisiert-euch.de?
01:50Wie ist das Projekt entstanden?
03:14Wer ist die Zielgruppe?
05:37Was sind die Kurse?
06:45Julias Kurs zu Moderation
09:16Wie kann man solche Angebote in eine Gruppe einbringen?
12:06Warum stellt ihr die Kurse als Open Education Resource bzw. mit einer CC-Lizenz zur Verfügung?
13:30Wie können Vereine Weiterbildung noch weiter fördern?
16:26Outro

Links zur Folge

Zu den Kursen kommt ihr hier: organisiert-euch.de

Diese Inhalte von erzähl davon passen auch dazu:

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Braucht ihr Unterstützung bei eurer Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikationsstrategie? Infos zu unseren Angeboten findet ihr hier: https://erzaehldavon.de/workshops-und-beratung/

Transkript:

Leonie: Hallo und herzlich willkommen zurück zum erzähl davon Podcast. Mein Name ist Leonie und heute zu Gast im Podcast ist Julia Junge von der Bewegungsakademie, die das Projekt organisiert euch initiiert haben. Im Rahmen dieses Projektes haben sie vier kostenlose Onlinekurse für Engagierte erstellt und einer dieser Kurse ist übrigens auch von Katrin zum Thema Öffentlichkeitsarbeit. Interessant hier ist wahrscheinlich für viele von euch, die hier zuhören, dass diese Kurse unter einer Creative-Commons-Lizenz erschienen sind. Das heißt, ihr könnt diese Kurse euch quasi schnappen und auch als Bildungsangebot selbst anbieten. Aber wir sind uns sicher, dass es auch bestimmt für viele von euch quasi zum Selbstlernen interessant ist. Also wir sprechen mit Julia über das Angebot, wie man es als Lerner oder Lernerin nutzen kann, aber auch, wie man als Verein dieses Angebot nutzen kann. Also viel Spaß mit der Folge.

Leonie: Hallo Julia, schön, dass du heute hier bist.

Julia Junge: Hallo. Schön, dass ich da sein darf.

Leonie: Gerne doch. Wie würdest du denn, wenn du jetzt in aller Kürze zusammenfassen müsstest, was denn das Angebot oder das Projekt organisiert euch ist, wie würdest du das ja kurz zusammenfassen oder erklären?

Julia Junge: Was wir mit organisiert euch machen ist, wir haben vier Online-Selbsthilfekurse sozusagen entwickelt und zwar Videos, Tutorials, Arbeitsaufgaben, tolle Anleitungen, Checklisten, jede Menge Zusatzmaterial, sodass Menschen, die sich aktiv irgendwo für die Weltverbesserung engagieren, eine Chance haben, privat einzeln in den Modulen Dinge über Moderation, Projektmanagement und Öffentlichkeitsarbeit zu lernen.

Leonie: Ja, das war doch ein super Pitch. Sag mir doch mal, wie ist das Projekt zustande gekommen? Also gab es irgendwie für euch nen Ereignis oder ein Erlebnis, wo ihr euch gedacht habt, okay, das sollten wir jetzt mal als Anlass nehmen. Also wo habt ihr da irgendwie den Bedarf gesehen, dass ihr gesagt habt, okay, wir möchten das jetzt in die Hand nehmen und das jetzt starten?

Julia Junge: Ja, ich glaube, die Idee ist das sozusagen das Angebot, das wir sonst so als Verein machen, zu ergänzen, also mit der Bewegungsakademie, das ist der Verein, der hinter dem Ganzen steht, machen wir halt vor allen Dingen so Langzeitkurse mit jungen, engagierten oder globalisierungskritischen Menschen, die sich für mehr Gerechtigkeit in der Welt einsetzen und die meisten Leute begleiten wir über viele Monate in ihrer Entwicklung mit Tools und mit Know-how, sozusagen in ihrem politischen Engagement. Und das Problem daran ist, dass wir halt nicht genug Menschen damit erreichen können. Also wenn wir diese Welt ein bisschen besser machen wollen, dann brauchen wir, glaube ich, einfach viele Menschen. Und deswegen kam die Idee auf, dass es eigentlich total toll wäre mit den neuen Möglichkeiten, die wir haben, Kurse und Inhalte, so ein Best-of sozusagen von unseren praktischen Sachen und von unseren Tools ins Netz zu bringen, damit jeder und jede, die jederzeit gratis sozusagen einfach benutzen kann und für sich in den eigenen Kontexten auch weiterverwenden kann. Und vielleicht als Nachsatz: Wir haben halt auch festgestellt, dass es unglaublich viele Kurse im Netz gibt und unglaublich viel Material, aber es gibt halt fast nichts für ehrenamtliche Organisationen, die wirklich auf politische Veränderung zielen, die wirklich praxisnah sind und die dann auch noch didaktisch gut aufbereitet sind. Und da wollen wir, glaube ich, so eine kleine Lücke schließen.

Leonie: Und jetzt Stichwort, du hast es gerade schon genannt, dann so ein bisschen, an wen richtet sich das? Wen habt ihr denn da genau vor Augen? Also an wen richtet sich dieses Angebot und wer kann direkt davon profitieren?

Julia Junge: Ich glaube, jeder und jede, die irgendwie Projekte in Gruppen macht, kann davon profitieren. Denn wir haben sozusagen vor Augen immer ehrenamtliche Menschen, die sich für bessere Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte einsetzen oder die sich für Klimagerechtigkeit einsetzen. Die ganzen jungen Leute, die immer noch bei Fridays irgendwie versuchen, die Welt auf den Kopf zu stellen. Solche Menschen haben wir vor Augen, aber vielleicht auch postmigrantische Organisationen, also vielleicht auch ein bisschen ältere Menschen, vielleicht auch Menschen über 50 oder über 60, die feststellen, dass es in ihrem Engagement irgendwie gerade nicht ganz so rund läuft oder sie nicht ganz so viel erreichen, wie sie eigentlich glauben erreichen zu können. Und denen wollen wir ein bisschen Hilfestellung geben und ein paar von unseren Erfahrungen teilen und eben so vor allen Dingen ganz viele praktische Tools an die Hand geben.

Leonie: Also es klingt so ein bisschen, als wären das auch vor allen Dingen – also du hast gerade gemeint, es hakt irgendwie vielleicht ein bisschen, es fehlt vielleicht auch ein bisschen Struktur. Also gerade, vielleicht auch Gruppen oder Initiativen, die ein bisschen jünger sind, wo auch vielleicht noch ein bisschen Struktur fehlt oder wo auch vielleicht Erfahrung einfach fehlt?

Julia Junge: Da bin ich mir gar nicht sicher. Also die profitieren auf jeden Fall. Aber ich habe im Kopf auch irgendwie die BUND oder NABU Ortsgruppe, wo die meisten Menschen über 50 oder über 60 sind und wo viele es gewohnt waren, in sehr hierarchischen Strukturen zu arbeiten und die jetzt feststellen, so ein bisschen brechen ihnen vielleicht auch ihre Mitglieder weg. Die neuen Mitglieder erwarten auch eine bisschen andere Sitzungskultur und vielleicht ein bisschen andere Planung. Und die bringen auch neue Ideen und neue Projektvorschläge ein und die sind damit jetzt überfordert. Oder sie finden diese neuen Leute gar nicht, die bei ihnen irgendwie mitmachen können. Also ich glaube, dass es auch in vielen, vielen, vielen langjährigen Gruppen ein unglaubliches Potenzial gibt, durch kleine Veränderungen und durch kleine Tricks und Kniffe neue Leute besser einzubinden und dann auch coolere Projekte auf die Beine zu stellen. Und die meisten gerade von diesen langjährigen Organisationen und Gruppen, denen fehlt halt oft auch ein bisschen Know-how, wie man eigentlich zeitgemäß Öffentlichkeitsarbeit macht und auch das versuchen wir mit dem Kurs so ein bisschen zu adressieren, ohne dass das jetzt bedeutet, dass man nicht am Ende doch noch mal auch einen Flyer machen darf. Wir machen keinen reinen Social Media Kurs, aber so ein bisschen strategischer da ranzugehen in der Vielzahl der Möglichkeiten, die wir heute haben, das versuchen wir denen da auch beizubringen.

Leonie: Apropos Vielzahl, und du hast jetzt auch gerade schon den Kurs Öffentlichkeitsarbeit genannt. Was sind denn die genauen Kurse, die es auf der Plattform gibt? Also kannst du vielleicht die kurz mal vorstellen?

Julia Junge: Ja, klar. Ich selber durfte einen machen und zwar den zu Moderation. Und zwar weil ich glaube, dass Moderation und Moderationstechniken, die Art und Weise, wie wir Treffen gut organisieren, eigentlich so der Kit ist, der alles zusammenhält. Wenn unsere Treffen unstrukturiert sind und zäh sind und uns keine Kraft geben, dann können wir auch da draußen nichts erreichen. Das ist eine Einführung in Moderation. Wir wollen natürlich, dass Projekte gut geplant und auch gut umgesetzt werden und man als Gruppe gut beinander macht und dazu gibt es einen Kurs von Wiebke Herding zum Thema Projektplanung und Projektmanagement. Dann haben wir, damit die Öffentlichkeitsarbeit ein bisschen mehr gelingt Katrin als Creator gewinnen können, ein Kurs zum Thema strategische Öffentlichkeitsarbeit zu machen. Und dann haben wir noch mit Biggi und Alice von der Bewegungsschule ein Duo sogar, die uns was erzählen zum Thema, wie gewinnt man denn eigentlich mehr Menschen im Einzelgespräch auch und welche Verbündeten gewinnt man eigentlich für seine eigene Organisation, damit wir auch wachsen können als Bewegung?

Leonie: Du hast ja auch schon erwähnt, dass du auch einen von den Kursen gemacht hast über Moderation. Willst du mal kurz ein bisschen genauer erzählen, was kann man in diesem Kurs lernen und was kann man aus diesem Kurs hoffentlich mitnehmen?

Julia Junge: Ja, total gerne, natürlich. Über die anderen könnte ich auch Tolles erzählen, aber meinen Eigenen kenne ich natürlich am besten. Also beim Moderationskurs lade ich euch ein, so eine Mischung zu mitzubekommen von mir, vom Hintergrund, von der Theorie. Das heißt, wir werden so ein bisschen schauen, welche Rolle, welche Haltung braucht man eigentlich, um gut zu moderieren, welche Phasen lohnen sich zu trennen und welche Methoden kann man eigentlich wann wie gut einsetzen? Und das Ganze versuche ich aber anzureichern noch mal mit ganz viel Erfahrungswissen. Zum Beispiel zum Thema, was mache ich eigentlich, wenn so richtig schwierig wird? Oder wie moderiere ich eigentlich, wenn ich selber Teil der Gruppe bin, wenn ich in Rollenkonflikte gerate? Oder was tue ich denn, wenn meine Gruppe sehr divers ist und oder wenn wir einfach nicht zu Entscheidungen kommen oder so und ich ganz wenig Zeit für die Vorbereitung habe? Und zu all dem versuche ich so ein paar Tipps und Tricks mitzugeben. Und nach jedem Modul gibt es eine kurze Möglichkeit für die Zuschauerinnen, den Zuschauer, den Teilnehmenden selber zu überlegen, wie er oder sie mit der Situation umgehen möchte. Eine kleine Reflexionsaufgabe oder auch eine Anwendungsaufgabe mit dem Auftrag, geh in deine nächste Gruppensitzung und probier mal was aus.

Leonie: Und in welchem Modus sind diese Kurse gedacht, dass man die lernt? Also als quasi einzelne Person, wenn ich jetzt in einer Initiative bin, sage ich, okay, ich möchte das jetzt mal machen, ich mach das jetzt mal alleine oder sind die auch dazu gedacht, dass man das in Gruppen macht, also dass sich da alle mal gemeinsam dran setzen?

Julia Junge: Das wäre natürlich am tollsten. Also die Kurse sind erst mal so konzipiert, dass ich sie alleine vorm Computer machen kann, damit sie auch so niedrigschwellig wie möglich sind und ich nicht erst mal eine ganze Gruppe davon überzeugen muss, dass Moderation oder Projektmanagement eine gute Idee ist. Und vielleicht sind ja auch nicht alle zehn Ideen, die im Kurs sind, für die Gruppe geeignet. Vielleicht ist es auch gut, wenn das erst mal nur ein oder zwei Leute aus der Gruppe machen und dann die Best Practice Ideen, die für sie funktionieren, einfach rausnehmen. Aber natürlich, bei vielen Themen ist es auch total hilfreich, wenn die ganze Gruppe das zusammen macht. Aber das Gute ist, alle Kurse sind modulartig aufgebaut, das heißt, es gibt immer so 5 bis 10 Kapitel, das heißt, es können auch ein, zwei Leute quasi den ganzen Kurs machen und dann entscheiden, hey, dieses Tool, das wollen wir mal mit der ganzen Gruppe machen, die Entscheidung darüber, welche Kanäle wir in der Öffentlichkeitsarbeit bedienen wollen, also die Diskussion darüber, ob wir irgendwie Social Media machen wollen oder auf die Straße gehen und nen Infostand machen oder so was, das ist vielleicht was, was wir in unserer Gruppe wirklich diskutieren sollten und dann können sie das bei ihrer nächsten Gruppensitzung ja auch gemeinsam machen. Das Video dauert, glaub ich, acht Minuten dazu, dann gucken sie sich halt nur dieses Video an und machen die Aufgabe dazu, dann kommen Sie da wahrscheinlich auch eine ganze Ecke weiter, als sie vorher waren.

Leonie: Also ich frag mich jetzt so – Ich stell mir jetzt mal vor, ich bin in einer Initiative, ich lern von dem Angebot und denke mir okay, das ist ja was Cooles, ich sehe, dass wir da vielleicht ein bisschen Bedürfnis dafür haben oder Bedarf dafür haben. Ich will das jetzt machen oder ich überlege mir, dass ich das in die Gruppe herantrage. Hättest du irgendwelche Tipps, wie man das quasi angeht? Jetzt vielleicht auch, wenn es auch eine Initiative vielleicht mit eher flacheren Hierarchien ist, wenn dann jemand vorhat sozusagen okay, ich würde vorschlagen, dass wir das jetzt hier mal gemeinsam machen. Ja, also dass man nicht irgendwie Angst hat, dass man irgendwie da so rankommt und sagt okay, ich finde, wir haben das und das ein Problem und wir müssen das und das lösen und deswegen schlage ich vor, dass wir das machen. Also wie würdest du das angehen, wenn du in so einer Gruppe wärst?

Julia Junge: Ich glaube, ich würde einfach erzählen, ey, ich habe da neulich gehört, dass es einen Kurs gibt zu Moderation. Ich plane jetzt, den in der nächsten Woche zu machen. Hat jemand Lust mitzumachen? Ich glaube, erst wäre es für mich eine Selbstaussicht. Und wenn dann Leute aus der Gruppe sagen, ey, das finde ich auch toll, ich will auch mitmachen. Super, dann sind wir vielleicht schon zu zweit oder zu dritt. Und wenn doch die ganze Gruppe sagt, ey, lass uns das doch lieber in unseren Treffen machen – aber Treffen sind ja in der Regel kurz, also die Kurse sind ja eigentlich genau dafür gedacht, dass jeder, die alleine vom Rechner nach Feierabend auch noch machen kann und vielleicht eben auch nur ein oder zwei Module und nicht den ganzen Kurs en bloc – dann können trotzdem die Ergebnisse davon vielleicht beim nächsten Treffen ausgetauscht werden. Oder es kann so einen kleinen Minibericht daraus geben. Worüber war der Kurs jetzt eigentlich und was haben wir da mitgenommen? Und welche Idee habe ich, die ich jetzt in diese Gruppe tragen will? Und ich glaube, ich wäre immer vorsichtig und würde immer sehr Schritt für Schritt gehen und sagen: Ich habe gehört, ich möchte teilnehmen und ich habe jetzt die und die Idee mitgekriegt aus dem Kurs und darf ich die mal ausprobieren mit euch. Seid ihr bereit, euch darauf eine halbe Stunde oder 20 Minuten oder zehn Minuten, wie lange es auch immer dauert, einzulassen, das mit mir gemeinsam einmal auszuprobieren?

Leonie: Und wenn dann vielleicht auch noch ein Erfolgserlebnis aus dieser einen Sache entsprungen ist, dann kommt man vielleicht dazu, dann noch irgendwie einen anderen Kurs zu machen und zu sagen okay, dann machen wir das das nächste Mal gemeinsam.

Julia Junge: Ja, gemeinsam. Oder andere Leute haben andere Interessen und machen andere Kurse. Manche Leute interessieren sich ja mehr für Projektplanung und manche mehr für Moderation. Und das ist doch auch gut, wenn es in der Gruppe unterschiedliche Kompetenzen und Qualifikationen gibt, der Menschen sich unterschiedlich an der Stelle fortbilden. Ich glaube, was wichtig ist, ist, man ist nicht nach anderthalb Stunden Kurs, auch nicht bei uns irgendwie der Profi und der Experte. Und ich glaube, dass es in flachen Hierarchien einfach total wichtig ist, nicht in die Gruppe zu kommen und zu sagen, ich habe jetzt einen Moderationskurs von zweieinhalb Stunden gemacht und weiß jetzt, wie man moderiert und wir machen das ja alles falsch. Und wenn man sich darüber bewusst ist und da ein bisschen sensibler kommuniziert, dann geht das meistens schon ganz gut in den Gruppen.

Leonie: Ihr bietet ja die Kurse unter einer Creative-Commons-Lizenz an. Kannst du mir kurz erklären, was das bedeutet und was ihr euch davon erhofft? Also was der Gedanke dahinter war, warum ihr das überhaupt macht?

Julia Junge: Ja, die Kurse sind über eine Stiftung finanziert und deswegen können wir die halt unter einer Open Education Lizenz als Open Educational Resources ins Netz stellen. Wir haben tatsächlich eine Creative Commons Lizenz draufgesetzt, die quasi nur die Bedingungen hat, dass Leute uns nennen, wenn sie den Kurs weiter benutzen. Das heißt auch Bildungsträger*innen oder Netzwerke oder Dachverbände oder überhaupt Verbandsnetzwerke, also zum Beispiel der BUND-Bundesverband hat eine Akademie, die machen so Fortbildungssachen, die könnten die Kurse auch benutzen, die könnten die auf ihre eigene Plattform hochladen, wenn sie wollen oder sie verlinken unsere Kurse einfach von sich aus. Und die Bildungsanbieter, die es da vielleicht gibt, die Trainerinnen und Trainer, die könnten auch sagen, ich mache Moderationseinführung, aber guckt euch doch vorher mal die drei Module von Julia an, dann könnt ihr schon mit so einem Input zu uns und wir können schneller in die Praxis einsteigen oder so. Also all das ist möglich und all das stellen wir sozusagen zur Verfügung und bewerben wir und unterstützen wir auch wenn Menschen unsere Kurse für ihre eigene Bildungsarbeit in irgendeiner Form weiter nutzen können und wollen.

Leonie: Ich glaube, das ist ja auch gerade für viele, die hier beim Podcast zuhören, interessant, dass sie das eben auch machen könnten. Was würdest du sagen, wie können denn schon gut etablierte Vereine und Organisationen, also wenn sie jetzt zum Beispiel die Kurse quasi weitertragen würden an weitere Leute, aber auch irgendwie außerhalb davon, wie würdest du sagen, können solche Organisationen, Vereine, diese Zielgruppen noch weiter unterstützen?

Julia Junge: Ich glaube, das Wichtigste ist es einfach immer wieder in den eigenen Gruppen die Diskussionen über solche Tools, über dieses Wissen irgendwie zu verbreitern und zu vergrößern und Leuten Mut zu machen, sich auch fortzubilden in dem Bereich. Ich erlebe immer wieder Organisationen oder auch Gruppen, dann meistens lokale Gruppen vor Ort, die einfach gefrustet sind, die irgendwie überfordert sind von dem, was darf man noch sagen in irgendwelchen Gruppen und wieso sind wir eigentlich so weiß und männlich oder so alt? Oder all solche Fragen sich irgendwie stellen und ich glaube, es ist total wichtig, dass die Verbände und die Bildungsagent*innen, die es in dem ganzen Bereich gibt, einfach immer wieder Mut machen und zu sagen, es lohnt sich auch mal eine Stunde nur in eine Fortbildung zu investieren und sich dazu kundig zu machen. Denn es ist alles keine Raketenwissenschaft, sondern am Ende geht es immer darum, wie wir als Menschen gut miteinander kommunizieren können und wie wir auf Augenhöhe, gute Pläne und Entscheidungen treffen. Und ich glaube, das versuchen wir in allen vier Kursen Menschen nahezubringen und da kann das sozusagen ein Baustein dazu sein. Was Vereine, Netzwerke halt jetzt zum Beispiel zu Weihnachten einfach ihren ihren Ehrenamtlichen schenken können, weil den Link dazu kann man ja einfach teilen.

Leonie: Ja. Apropos Link, ab wann kann man denn die Kurse dann online abrufen? Und wo denn genau?

Julia Junge: Man kann die Kurse online abrufen ab Dezember unter www.organisiert-euch.de.

Leonie: Super. Was würdest du noch sagen? Was würdest du an unsere Hörer*innen gerne mitgeben? Also zum einen vielleicht Leute, für die das interessant sein könnte, die Kurse selbst zu machen oder auch für Leute, für die es interessant sein könnte, die Kurse nicht selbst zu machen, sondern quasi weiterzugeben unter der Möglichkeit, dass es halt eben geht.

Julia Junge: Ich würde sagen, lasst euch einfach überzeugen, indem ihr mal draufklickt. Die ersten Videos dauern immer zwei Minuten. Das ist eine ziemlich gut investierte Zeit, um zu merken, ob das was für euch und für eure Gruppe ist. Ich habe jetzt alle Kurse durchgeguckt, auch ich glaube, dass es echt im Internet kein anderes Angebot gerade gibt, das so eine tolle Kombination hat von Theorie, von Erfahrungswissen, von Leuten, die wirklich selber aus Bewegungen kommen und selber in solchen Gruppen jahre- oder jahrzehntelang schon aktiv sind oder solche Gruppen unterstützen, und zwischen praxisnahen Anwendungen. Also alle Module haben eben immer gleich eine praktische Anwendung, immer eine Aufgabe dabei, die Leute direkt vom Computer auch machen können. Denn all diese Dinge sind ja keine Sachen, die man nur aus der Theorie lernt, sondern die man in der Praxis umsetzen muss. Und ich glaube, dass das ziemlich einzigartig ist. Und um die Leute wirklich zu überzeugen, würde ich sagen, klickt einmal auf die Website, guckt euch ein Video an und guckt, ob es sozusagen mit euch funkt und dann seid ihr hoffentlich angefixt genug, dass sie den restlichen Kurs auch gucken wollt.

Leonie: Sehr gut. Danke Julia für das Gespräch. Ich hoffe, dass es doch auch ein Angebot ist, das für einige von unseren Zuhörer*innen interessant ist, die davon noch was lernen können. Also wie gesagt, Katrin hat ja auch einen von den Kursen gemacht, also den man dann übrigens auch auf erzähl davon finden kann. Aber natürlich, alle anderen findet man auch auf organisiert euch, also klickt einfach mal rein und schaut, was für euch dabei ist und teilt euer Wissen.

 

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