Jahresreflexion von innen & außen

In der letzten Podcastfolge des Jahres möchten wir euch ein paar Reflexionsfragen mitgeben, um das Jahr (und auch eure Öffentlichkeitsarbeit!) zu analysieren. Im Inneren könnt ihr dabei mit eurem Vereinsteam arbeiten, im Äußeren mit anderen Vereinen oder externen Coaches.

Inhalt

00:12Intro
00:57Reflexion von innen / mit dem Team
03:04Reflexion von außen / mit Dritten

Links

Passende Podcastfolgen:

105: Methode Website-Schnitzeljagd
80: Wie dein Verein von Coaching profitieren kann

Transkript

00:00:13
Hallo und willkommen in der letzten Folge im erzähl davon Podcast in diesem Jahr. Keine Sorge, wir hören nicht auf, diesen Podcast zu machen, aber für 2021 ist das hier die letzte Folge. Und passend dazu denken wir, es ist Zeit für einen Jahresrückblick. Nicht von uns selber, den findet ihr demnächst auf Instagram, sondern ein Jahresrückblick für euch. Dafür möchten wir euch in dieser Folge ein paar Anregungen und Methoden und Fragen geben, mit denen ihr euren Jahresrückblick durchführen könnt. Dabei gucken wir einmal nach innen, also das sind quasi die Sachen, die ihr gemeinsam mit eurem Team machen könnt; und nach außen: Also wie könnt ihr euch von außen Feedback holen, eine Rückmeldung holen, die euch hilft zu reflektieren, wie ihr wirkt, was ihr geschafft habt und was ihr vielleicht im kommenden Jahr verbessern könnt.

00:00:57
Beginnen wir mit der Innen-Reflexion, also dem, was ihr im Team macht, mit den Menschen, die schon Teil eures Vereins sind oder eurer Organisation. Das könnt ihr zum Beispiel im Rahmen von einem Teamevent machen oder einer Weihnachtsfeier oder sowas. Aber das geht natürlich auch asynchron. Also ihr könnt zum Beispiel ein geteiltes Dokument erstellen oder ein (digitales) Whiteboard und könnt dann dort Flächen gestalten mit den verschiedenen Fragen. Und asynchron bedeutet in dem Fall dann, dass man nicht zu einem gemeinsamen Termin daran arbeitet, sondern dass man einfach sagt „Hey, dieses Board ist jetzt eine Woche lang offen, wann ihr Lust und Zeit habt, dann geht doch auf dieses Board oder geht auf dieses Dokument und hinterlasst da einfach euren Senf!“ Und dann kann man eben anonym (oder auch nicht) auf die einzelnen Fragen antworten und eben das loswerden, was man selber denkt. Und die Person, die sich dafür verantwortlich fühlt, die kann sich das dann später angucken, kann das vielleicht clustern, zusammenfassen, Kategorien bilden, nächste Schritte ableiten und so weiter und so fort.

00:01:55
Wir haben euch ein paar Fragen mitgebracht, die ihr dafür benutzen könnt. Ihr müsst euch natürlich nicht eins zu eins daran halten. Ihr könnt natürlich auch eure eigenen formulieren! Aber die hier sollen euch schon mal so einen kleinen Anstoß geben.

  1. Was waren die Highlights des Jahres?
  2. Was lief nicht so gut und was haben wir daraus gelernt?
  3. Worauf sind wir stolz?
  4. Was ist ganz anders gekommen als gedacht?
  5. Was hat an unserer inhaltlichen Arbeit am besten geklappt?
  6. Was hat auf der zwischenmenschlichen oder auf der Team-Ebene am besten geklappt?
  7. Was hat uns inspiriert (oder wer)?
  8. Wie würden wir 2021 (also das aktuelle Jahr) in drei Worten beschreiben?
  9. Worauf möchten wir 2022 (also kommendes Jahr) unseren Fokus setzen?
  10. Was möchten wir 2022 lernen?

Und wie gesagt, ergänzt gerne eure eigenen Fragen.

00:03:03
Im zweiten Teil dieser Podcastfolge möchten wir euch Anregungen geben, wie ihr euch einen Blick von außen holen könnt, um eben zu reflektieren. Denn es gibt da ja dieses schöne Wort der „Betriebsblindheit“. Also wenn man eben selber Teil einer Organisation ist, dann merkt man schon gar nicht mehr, was vielleicht irgendwie nicht so rund läuft oder was komisch ist, was man verbessern könnte, weil man es halt schon immer so gemacht hat oder weil man halt diese kleinen Details dann gar nicht mehr sieht. Und da hilft es nämlich zum Beispiel total, neue Vereinsmitglieder zu befragen, die eben erst noch relativ frisch dabei sind und diese Betriebsblindheit noch nicht haben: Was ihnen aufgefallen ist und was man vielleicht ändern könnte, verbessern könnte, optimieren könnte, vereinfachen könnte. Und so weiter und so fort. Alternativ kann man zum Beispiel auch mit anderen Vereinen zusammenarbeiten und zum Beispiel gegenseitig sich unterstützen. Dazu haben wir in der Podcastfolge 105 schonmal die Methode der „Website-Schnitzeljagd“ vorgestellt. Das könnt ihr zum Beispiel in Bezug auf die Webseite machen, aber auch auf andere Sachen, dass ihr euch gegenseitig Feedback gebt und gegenseitig unterstützt. Eine dritte Möglichkeit, wie ihr dieses Feedback von außen bekommen könnt, ist, wenn ihr mit Coaches oder Berater*innen zusammenarbeitet, die ihr dafür anheuert bzw. da gibt es auch verschiedene Möglichkeiten, wie ihr als Verein kostengünstig oder gefördert ein Coaching kommen könnt. Und als viertes wäre es noch die Möglichkeit, wenn ihr so eine Art Dachverband habt oder zum Beispiel wenn ihr eine*n engagierte Ehrenamtsbeauftragte*n in eurer Stadt habt, dann könntet ihr denen zum Beispiel vorschlagen, ob die nicht in eine Art von Veranstaltung oder Angebot organisieren möchten, wo man sich gegenseitig Austausch und Feedback gibt und eben diesen Blick von außen dann organisiert bekommt.

00:04:53
Egal welche Methode es dann wird, wichtig ist, dass ihr da mit Fragen reingeht. Also nicht einfach nur: „Oh ja, wir wollten mal euer Feedback wissen“, sondern dass man sich gezielte Fragen überlegt. Zum Beispiel Warum ist unser Verein für Jugendliche nicht so attraktiv? Was müssen wir machen, damit Jugendliche uns attraktiv finden?“ oder andere Sachen – „Warum haben wir wohl nicht so viele Spenden bekommen letztes Jahr? Woran könnte das liegen?“ Und dass man sich dann zum Beispiel die Website anguckt oder andere Sachen anguckt und eben versucht, dazu Feedback zu geben. Also einfach nur zu sagen „Was haltet ihr von uns“ oder „Was sollen wir anders machen?“ ist wahrscheinlich nicht so zielgerichtet, wie sich eben vorher die Zeit zu nehmen und gezielte Fragen zu formulieren.

00:05:39
Auch für diese Art der Reflektion haben wir euch wieder Fragen vorbereitet. Und zwar zum einen, wenn ihr die Möglichkeit habt, neue Mitglieder zu befragen, also Menschen, die erst seit kurzem vielleicht ein paar Wochen oder zwei, drei Monaten bei euch aktiv sind. Wenn ihr das habt, dann könnt ihr zum Beispiel denen die folgenden Fragen stellen:

  • Was waren deine Kriterien für ein Engagement?
  • Wie bist du auf uns aufmerksam geworden?
  • Welche Fragen hattest du und wo hast du die Antworten gefunden? Also zum Beispiel auf der Website oder auf Social Media? Oder hast du eine E-Mail geschrieben und gefragt?
  • Was hat dich überzeugt? Oder Was hat dann den Anstoß gegeben, dass du gerne dich bei uns engagieren möchtest und nicht woanders?
  • Was ist dir positiv aufgefallen bei uns?
  • Was können wir besser machen?

00:06:29
Und hier die Fragen wenn ihr mit anderen Vereinen oder Peers oder vielleicht auch nur einer Berater*in zusammenarbeitet, z.B. mit dieser Methode Webseite-Schnitzeljagd ich eben schon erwähnt habe und in den Shownotes verlinken werde oder eine andere Methode. Da könnte man diese Personen zum Beispiel fragen:

  • Was denkst du, was sind unsere Angebote oder Schwerpunkte?
  • Was ist unser USP, also unser Alleinstellungsmerkmal?
  • Wie würdest du uns kontaktieren?Wie würdest du das, was wir machen, deiner Oma beschreiben?
  • Was sollen wir ändern oder verbessern?

Diese Fragen sind jetzt natürlich vor allem mit einem Fokus auf die Außenwirkung, also dass zum Beispiel jemand sich eure Webseite anguckt, eure Broschüre und dann widerspiegelt: „Ich habe den Eindruck, ihr macht vor allem das und das.“ Und eventuell ist es ja nicht exakt das, was ihr gerade macht und dann müsst ihr daran arbeiten, besser zu kommunizieren, was ihr aktuell macht, auf welche Art und Weise man bei euch mitmachen kann, warum man euch unterstützen sollte und so weiter und so fort.

00:07:32
Wir hoffen, dass die ein oder andere Frage von unserer heutigen Folge euch dazu inspiriert, mal nach innen zu gucken und eben zu reflektieren, wie es um eure Arbeit steht und eure Öffentlichkeitsarbeit und wie ihr das im kommenden Jahr verändern oder verbessern möchtet. Das war wie gesagt die letzte Folge für dieses Jahr und wir hören uns dann im Januar wieder.

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