Kommunikation für Fachschaften

 

Was genau macht eine Fachschaft eigentlich, außer Partys organisieren?! Wer in der Fachschaftsarbeit steckt, weiß, dass da noch viel mehr zu gehört: Hochschulpolitik, Sitzungen und Betreuung von Studis zum Beispiel. Leonie vom erzähl davon Team hat in dieser Folge ihre Erfahrungen aus dem Fachschaftsengagement zusammengefasst. Wer in Fachschaften oder anderen Hochschulgruppen unterwegs sind, erhält in dieser Folge wertvolle Tipps für die interne und externe Kommunikation.

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Transkript

Hallo und herzlich willkommen zurück im erzähl-davon-Podcast. Mein Name ist Leonie und heute habe ich euch ein kleines Nischenthema mitgebracht und zwar Kommunikation für Fachschaften. Ich selbst war einige Jahre bei mir in der Fachschaft aktiv und habe dort zum Beispiel auch den Instagram-Account mit aufgezogen. Und ich habe aus dieser Zeit ein paar Erfahrungen, Tipps und Learnings erfahren, die ich euch heute mitgeben möchte unter drei großen Kategorien. Die erste Kategorie ist das Thema Zielgruppe. Und zwar ist das Thema Zielgruppe natürlich eines der ersten Themen, die man besprechen sollte, wenn man eine Kommunikationsstrategie angeht. Und ich würde jetzt, ohne euch jetzt die Übung komplett wegzunehmen, behaupten, dass die primäre, also die wichtigste Zielgruppe für euch als Fachschaft, wahrscheinlich andere Studierende aus eurem Fach seid, die entweder sich bei euch in der Fachschaft engagieren sollen oder die zu euren Angeboten kommen sollen, zu euren Events kommen sollen.

Als sekundäre Zielgruppe ist natürlich auch immer noch im Kopf zu behalten, dass ihr als Fachschaft auch immer noch eine mehr oder weniger offizielle Position einnimmt bei euch und gerade bei öffentlichen Kommunikationskanälen natürlich auch andere Leute mitlesen, die sich auch eine Meinung über euch bilden, also zum Beispiel Profs von eurem Lehrstuhl. Aber wenn wir jetzt an die primäre Zielgruppe denken, die wahrscheinlich am wichtigsten für euch sein wird, also andere Studierende aus eurem Fach, dann habt ihr einen großen Vorteil und zwar ihr kennt diese Zielgruppe ziemlich gut. Also wenn ihr euch jetzt überlegt, wie sieht ein typischer Student oder eine typische Studentin aus, habt ihr wahrscheinlich schon ein Bild vor Augen und noch spezifischer, ihr habt wahrscheinlich auch ein genaues Bild vor Auge, wie eine Person aussehen würde, die euer Fach studiert. Außerdem könnt ihr euch auch noch daran erinnern, wie das so bei euch war, bevor ihr tatsächlich in die Fachschaft gekommen seid. Also wie viel wusstet ihr, bevor ihr in die Fachschaft gekommen seid? Was für Sorgen, was für Probleme, was für Fragen, was für Vorurteile oder Missverständnisse hattet ihr, bevor ihr in die Fachschaft gekommen seid? Was war eure Motivation, überhaupt in die Fachschaft zu kommen? Und da gibt es natürlich unterschiedliche Antworten, die möglich sind. Und diese Themen solltet ihr in eurer Kommunikation dann bespielen. Und das ist auch schon das zweite Thema, worüber ich sprechen möchte. Und zwar eben die Themen, worüber ihr kommuniziert.

Ein Problem, das ich bei Fachschaften oft sehe, ist, dass viele Außenstehende gar nicht genau wissen, was eine Fachschaft überhaupt ist und was Fachschaftsarbeit ausmacht. Ich glaube, das ist bei vielen Vereinen der Fall, gerade wenn es irgendwie um komplexe Themen geht oder auch einfach Leute, die nicht unbedingt wissen, wie Vereinsarbeit aussieht und wie das so intern alles abläuft. Aber mein Gefühl ist, dass es gerade bei Fachschaften sehr extrem ist und dass sogar ziemlich viele Studierende gar nicht wissen, was die Fachschaft eigentlich so macht. Viele Studis bringen zum Beispiel einfach nur die Erste-Hütte oder die Kneipentouren mit der Fachschaft in Verbindung. Oder vielleicht sogar noch schlechter, sie denken noch nicht mal daran, dass solche Events von der Fachschaft organisiert werden und denken gar nicht irgendwie daran, wer so etwas organisiert. Außerdem ist das natürlich nur ein kleiner Teil von der Fachschaftsarbeit und das Größte bleibt eigentlich meistens für Außenstehende ziemlich mysteriös. Das heißt, mein Tipp an euch wäre, dass ihr in eurer Kommunikation einen großen Teil und einen großen Wert darauf legt, dass ihr zeigt, was ihr macht, dass ihr Einblicke in eure Fachschaftsarbeit gebt. Zum Beispiel erzählt ihr davon, was für Abstimmungen neulich in der Hochschulpolitik wichtig waren oder ihr erzählt davon, wie ihr euch finanziert oder wie ihr eure Events finanziert.

Oder ihr erzählt davon, dass ihr zum Beispiel ein Tutorium oder ein Mentorium finanziert, wovon die meisten Leute vielleicht gar nicht wussten, dass ihr das finanziert. Erzählt davon, dass ihr neulich Feedback gegeben habt an den Lehrstuhl bezüglich einer neuen Prüfungsordnung oder unterstreicht, dass Studis sich an euch wenden können, wenn sie Probleme mit Dozierenden haben und dass ihr euch für diese Studis einsetzen werdet. Der Vorteil dabei ist natürlich, dass ihr nichts extra machen müsst. Also ihr macht diese Sachen ja sowieso, also solltet ihr einfach nur das dokumentieren und festhalten und davon erzählen. Und nebenbei kriegen dann die Studis auch ein bisschen mehr mit, was ihr eigentlich macht, was für eine Arbeit ihr eigentlich leistet und kriegen natürlich auch mehr in einen Einblick, was für sie interessant sein könnte. Wenn zum Beispiel ein Studi denkt, ah ja, die Fachschaft, die interessiert mich nicht, weil die tun ja immer nur die Ersti-Hütten organisieren, das ist jetzt nichts, woran ich interessiert bin. Wenn jetzt aber plötzlich jemand mitbekommt, dass es bei der Fachschaft auch um Hochschulpolitik geht und die Person ist irgendwie Politik interessiert, dann ist das vielleicht auch plötzlich für sie interessant, in die Fachschaft zu kommen. Mein Tipp ist außerdem, dass ihr für diese Kommunikation hauptsächlich Social Media nutzen könntet, also Instagram.

Ihr könntet euch zum Beispiel überlegen, ob ihr ein bestimmtes Format einführen wollt, wo ihr regelmäßig Einblicke in verschiedene Bereiche geben wollt. Ihr könnt in Storys mehr spontane Einblicke geben, wie zum Beispiel Einblicke in die Sitzungen und Follow-me-Arounds und so welche Sachen. Aber es ist auch zum Beispiel denkbar, dass ihr öfter kommuniziert, wie offen eure Sitzungen sind. Also dass regelmäßig einfach neue Leute hinzustoßen können, ohne dass es irgendwie komisch ist. Ihr könnt zum Beispiel auch anwerben, dass es regelmäßig Sitzungen gibt, die spezifisch darauf ausgelegt sind, dass einfach Neue dazu stoßen können. Und da wir gerade eben auch schon bei dem Thema Social Media waren, sind wir eigentlich schon beim dritten Thema und zwar das Thema Kommunikationskanäle. Und zwar würde ich euch hier mal auffordern aufzuzählen, wie viele Kommunikationskanäle ihr tatsächlich nutzt und bespielt. Und ich glaube, ihr werdet entweder ein paar vergessen oder letztendlich überrascht sein, wie viele Kanäle ihr doch tatsächlich benutzt.

Ein Beispiel. Es könnte sein, dass ihr als Fachschaft folgende Kommunikationskanäle bereits bespielt: WhatsApp-Gruppen. Das können natürlich unterschiedliche sein, das kann einmal intern sein, aber natürlich auch extern. Also vielleicht gibt es dann verschiedene Gruppen für verschiedene Semester oder verschiedene Jahrgänge oder für Seminare, Vorlesungen etc. Dann Instagram, Facebook, also eine Facebook-Seite, aber vielleicht auch eine Facebook-Gruppe, je nachdem wie aktuell das noch ist, eine Webseite, ein E-Mail-Verteiler, Flyer, Plakate, Protokolle, Dinge, die ihr ans schwarze Brett hängt oder allgemein bei euch in den Vorlesungssälen oder Gebäuden aufhängt, mündliche Ankündigungen, die ihr zum Beispiel vor einer Vorlesung macht oder in Seminaren, wenn ihr zum Beispiel ein bestimmtes Event anwerben wollt. Und nicht zu vergessen, ich würde hier auch dazu zählen, Mund-zu-Mund-Propaganda.

Das heißt einfach, wenn ihr mit Kommiliton*innen, mit Freund*innen über die Fachschaft redet oder wenn andere Leute über euch als Fachschaft reden, weil je nachdem wie präsent ihr auf den anderen Kommunikationskanälen seid, werden die Leute ja mitbekommen, was ihr macht, was für Events ihr macht und so wird sich auch ziemlich viel weiter verbreiten. Ich habe ja eben schon über die Themen gesprochen und darüber, dass ich zum Beispiel Einblicke in eure Fachschaftsarbeit zum Beispiel eher auf Instagram teilen würde. Da würde ich auch sagen, dass zum Beispiel die Bewerbung von Events auf Instagram jetzt nicht ganz so wichtig ist. Ich nehme nämlich an, dass die Studierenden aus eurem Fach wahrscheinlich auch über andere Kanäle von euren Events hören werden. Also zum Beispiel, wenn ihr ein Sommerfest, eine Weihnachtsfeier, eine Kneipentour oder was auch immer bewerben wollt, dann werden sie das wahrscheinlich in einer WhatsApp-Gruppe lesen, werden sie das wahrscheinlich in einer Vorlesung angekündigt bekommen von euch, werden sie vielleicht ein Plakat am schwarzen Brett sehen, werden sie vielleicht mit ihren anderen Kommilitonen darüber reden, dass sie da auch hingehen und sich dann entscheiden hinzugehen. Dann ist wahrscheinlich nicht unbedingt so krass wichtig, dass jedes Event superdoll auf eure Instagram-Seite beworben wird. Und da würde ich dann halt eben sagen, das was wir auch immer bei erzähl davon sagen, Social Media ist keine Litfaßsäule. Und gerade in diesem Thema werden wahrscheinlich die Studierenden von euren Events auch über so viele andere Kanäle Bescheid bekommen, dass sie nicht die ganze Zeit auf Instagram damit irgendwie vollgepflastert werden müssen. Also nutzt zum Beispiel Instagram wirklich für einen anderen Fokus, zum Beispiel spezifischere Einblicke in eure Arbeit zu geben und verlasst euch darauf, dass die Studierenden auch über andere Wege von euren Events irgendwie zu hören bekommen. Auch als Tipp würde ich euch gerne mit geben, dass ihr euch genauer vor Augen führt und genauer festhaltet, welche Kommunikationskanäle ihr tatsächlich benutzt.

Dann könnt ihr nämlich jeweils besser entscheiden, welche Kommunikationskanäle ihr bespielen wollt und auf welche Art und das Ganze auch ein bisschen effizienter machen. Wenn ihr zum Beispiel eine Liste darüber führt, was für Kommunikationskanäle ihr habt und jetzt ein Event ansteht, das ihr bewerben wollt, dann könnt ihr das Ganze ein bisschen effizienter gestalten. Denn aus meiner Erfahrung läuft das oft so ab, dass zum Beispiel der Werbetext für das Event für Instagram von den Leuten geschrieben wird, die halt den Instagram-Account machen. Dann gibt es noch eine Person, die sich bereit erklärt, dass sie vor der nächsten Vorlesung kurz das Event ankündigt und die überlegt sich einfach, was sie da sagen möchte. Und dann gibt es noch ein paar Leute, die das Event selbst organisieren und die schreiben dann vielleicht den Text für die WhatsApp-Gruppe und für den E-Mail-Verteiler. Das Ganze kann natürlich ein bisschen leichter und effizienter ablaufen, wenn einfach ein Text formuliert wird für alle Kanäle, die nur leicht angepasst werden müssen. Also zum Beispiel wird der Text dann für Social Media gekürzt oder der Text für die Vorlesung, für die mündliche Ankündigung wird ein bisschen ausformuliert, ein bisschen mehr mit Beispielen geschmückt. Und der Text für die WhatsApp-Gruppe wird mit Emojis geschmückt und der Text für die E-Mail mit Links und so weiter. Also überlegt euch, wie ihr das Ganze noch ein bisschen effizienter gestalten könnt, damit auch weniger Arbeit dahinter steckt.

Und ich würde euch wirklich ans Herz legen, nutzt eure Instagram-Seite nicht hauptsächlich als Litfaßsäule, wie wir das auch schon öfters hier sagen, sondern fokussiert eher die Themen darauf, dass mehr Klarheit darüber entsteht, was ihr als Fachschaft macht, dass das ein bisschen nahbarer wird und dass sich Leute auch ein bisschen mehr darunter vorstellen können und vielleicht sich darunter auch mehr vorstellen können, ob sie in die Fachschaft zu euch kommen möchten und sich dort engagieren möchten. Ich hoffe, es waren ein paar hilfreiche Tipps für euch dabei und wenn ihr selbst auch noch Tipps und Erfahrungen aus der Arbeit mit Social Media und Öffentlichkeitsarbeit für Fachschaften habt, dann schreibt sie uns doch gerne per E-Mail oder in die Kommentare zu dem Instagram-Post, den wir für diese Folge hochladen werden. Wir fänden das sehr spannend von euch zu hören und wir hören uns auch bald wieder zur nächsten Folge und bis dann!

 

 

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