Wir ermutigen Vereine und Engagierte immer wieder, sich in ihrer Öffentlichkeitsarbeit nicht nur auf Pressearbeit oder Social-Media-Kanäle zu setzen. Wie wäre es stattdessen mit einem Podcast?! Sprecht über eure Themen, erzählt Geschichten und ladet Gäste aus eurem Netzwerk ein. Doch bevor ihr ein Mikrofon bestellt und loslegen wollt, solltet ihr euch ein Konzept schreiben. In dieser Folge bzw diesem Video lernt ihr, welche Entscheidungen ihr für euer Podcast-Konzept treffen solltet. In der nächsten Folge sprechen wir dann über die Technik rund um einen Podcast.
Inhalt
| 00:05 | Intro |
| 01:10 | Was kann ein Podcast leisten? |
| 01:51 | Die Vorteile von Podcasts |
| 04:19 | Nachteile von Podcasts |
| 06:19 | Podcasts in Zahlen und Fakten |
| 09:00 | Arten und Ziele von Podcasts |
| 15:24 | Konzeptentwicklung |
| 15:47 | Roter Faden/Grobkonzept |
| 19:06 | Ziel und Zielgruppe |
| 19:58 | Unique Selling Point (USP) |
| 21:35 | Formate |
| 23:08 | Tool: Formatsteckbrief |
| 24:04 | Häufige Moderationsformate |
| 27:34 | Ideen für Einspieler passend zum Thema |
| 29:02 | Checkliste – passt ein Podcast zu euch? |
| 32:46 | Outro |
Podcast-Konzept für Vereine: So plant ihr einen Podcast, der wirklich zu euch passt
Ihr möchtet mehr Menschen von eurem Engagement erzählen, neue Mitglieder gewinnen, Fundraising unterstützen oder eure Themen verständlich erklären? Dann habt ihr vermutlich schon über Social Media, einen Blog oder Videos nachgedacht. Aber vielleicht ist auch ein Podcast der richtige Kanal für euch.
Ein Podcast-Konzept für Vereine ist dabei deutlich wichtiger als ein neues Mikrofon. Bitte geht nicht einfach in den Elektrofachmarkt, kauft irgendein Gerät und fangt an, draufloszureden. Ein Podcast kann ein toller Kommunikationskanal sein – aber nur, wenn er zu euren Zielen, Ressourcen und Themen passt.
In diesem Artikel schauen wir deshalb nicht auf die Technik, sondern auf die strategischen Fragen davor: Was kann ein Podcast leisten? Welche Podcast-Arten gibt es? Und wie entwickelt ihr ein Podcast-Konzept für Vereine, das eure Zielgruppe auch wirklich hören möchte?
Warum ein Podcast für euren Verein interessant sein kann
Wenn Vereine und gemeinnützige Organisationen Öffentlichkeitsarbeit machen, sollten sie sich nicht allein darauf verlassen, dass die lokale Zeitung, andere Medien oder zufällige Social-Media-Posts schon irgendwann auf ihre Arbeit aufmerksam machen.
Erstellt eigene Medien. Erzählt selbst, was ihr macht, warum eure Arbeit wichtig ist und welche Menschen hinter eurem Engagement stehen.
Grundsätzlich habt ihr dabei drei große Möglichkeiten:
- Text-Content: zum Beispiel ein Blog, eine Website oder ein Newsletter.
- Video-Content: zum Beispiel auf YouTube oder Instagram.
- Audio-Content: zum Beispiel ein Podcast.
Audio ist dabei eine spannende Mischung aus Text und Video. Einen Podcast zu produzieren ist meistens weniger aufwendig als ein Video. Gleichzeitig ist er persönlicher als ein Text: Menschen hören eure Stimmen, eure Begeisterung, vielleicht auch eure Unsicherheit oder Betroffenheit. Stimme transportiert Emotionen – und genau das kann für Vereinskommunikation sehr wertvoll sein.
Ein gutes Podcast-Konzept für Vereine nutzt diese persönliche Ebene bewusst, statt einfach nur Informationen vorzulesen.
Die Vorteile eines Podcasts
Podcasts gehen ins Ohr. Das klingt erstmal banal, ist aber ein echter Vorteil: Wer euch zuhört, verbringt über einen längeren Zeitraum Zeit mit eurem Thema.
Podcasts sind außerdem ein klassisches Nebenbei-Medium. Viele Menschen hören sie auf dem Weg zur Arbeit, beim Spazierengehen, Putzen oder Gemüse schnibbeln. Das bedeutet nicht, dass eure Inhalte nebensächlich sind. Im Gegenteil: Wer sich für eine Folge entschieden hat, bleibt oft länger dabei als bei einem Beitrag in einem Social-Media-Feed.
Bei Instagram, Facebook oder TikTok ist die Ablenkung immer nur einen Wisch entfernt. Ein anderer Post, eine Nachricht, ein neues Video – und eure Inhalte sind vergessen. Bei einem Podcast habt ihr eher die Chance, euer Thema ausführlicher zu erklären.
Das ist besonders hilfreich, wenn eure Arbeit komplex ist. Vielleicht möchtet ihr über eine Krankheit aufklären, Hintergründe zu einem gesellschaftlichen Problem liefern oder Erfahrungen von Betroffenen sichtbar machen. Für solche Inhalte ist eine 15- oder 45-minütige Folge oft besser geeignet als eine einzelne Grafik mit fünf Stichpunkten.
Podcast-Folgen haben außerdem eine längere Lebensdauer als flüchtige Formate wie Stories. Sie können auch Monate später noch gefunden und gehört werden. Suchmaschinenoptimierung funktioniert bei Audio noch nicht so direkt wie bei Texten, entwickelt sich aber weiter.
Und generell gilt: Audio bleibt relevant. Immer mehr Menschen nutzen Sprachsteuerung und Smart Speaker. Informationen per Stimme abzurufen, wird für viele Menschen selbstverständlicher.
Die Nachteile: Ein Podcast löst nicht jedes Kommunikationsproblem
Ein Podcast-Konzept für Vereine sollte ehrlich mit den Grenzen des Mediums umgehen. Denn Podcasting hat nicht nur Vorteile.
Der direkte Austausch mit der Community ist beispielsweise schwieriger. Unter einer Podcast-Folge können Menschen nicht einfach kommentieren wie unter einem Instagram-Beitrag. Bewertungen sind möglich, aber Diskussionen entstehen dort eher selten.
Das kann angenehm sein, weil ihr weniger moderieren müsst. Gleichzeitig fehlt euch eine direkte Rückmeldung. Wenn Austausch ein wichtiges Ziel für euch ist, solltet ihr euren Podcast mit einem anderen Kanal verbinden – etwa Instagram, LinkedIn, einem Newsletter oder einer Community-Plattform.
Ihr könnt dort zum Beispiel auf neue Folgen aufmerksam machen, einzelne Aussagen als Micro-Content aufbereiten und Fragen sammeln. Die Diskussion findet dann auf Social Media statt, während der Podcast die ausführliche Einordnung liefert.
Weitere Nachteile sind:
- Ein Podcast ist aufwendiger als einen Text zu veröffentlichen.
- Fehler lassen sich nachträglich nicht so unkompliziert korrigieren wie in einem Blogartikel.
- Die Statistikdaten sind oft weniger aussagekräftig als bei YouTube oder Social Media.
- Links funktionieren nur über Umwege, etwa über die Shownotes.
Gerade der letzte Punkt ist wichtig für Fundraising. Wenn ihr in einer Folge zu einer Spendenaktion aufruft, können Menschen nicht einfach auf einen eingeblendeten Button klicken. Ihr müsst den Link in die Shownotes setzen und deutlich darauf hinweisen.
Wer gerade Auto fährt, wird hoffentlich nicht sofort zum Handy greifen, um eine Spende zu tätigen. Wenn euer Hauptziel eine schnelle, direkte Conversion ist, können andere Kanäle effektiver sein.
Hören überhaupt noch genug Menschen Podcasts?
Ja. Podcasts sind kein Nischenmedium mehr.
Die ARD-ZDF-Onlinestudie aus dem Jahr 2022 zeigt: Rund 30 Prozent der Menschen in Deutschland ab 14 Jahren hörten mindestens einmal pro Woche einen Podcast. Bei den 14- bis 49-Jährigen lag der Anteil sogar bei 49 Prozent – also ungefähr bei jeder zweiten Person dieser Altersgruppe.
Es erscheinen zwar nicht mehr unbedingt jedes Jahr so viele neue Podcasts wie während des großen Podcast-Booms. Das muss für euch aber kein schlechtes Zeichen sein. Weniger neue Formate können auch bedeuten: weniger Konkurrenz um Aufmerksamkeit.
Und warum hören Menschen Podcasts? Studien nennen vor allem diese Gründe:
- Sie möchten Hintergrundinformationen zu einem speziellen Thema bekommen.
- Sie möchten etwas lernen.
- Sie möchten sich über das aktuelle Zeitgeschehen informieren.
- Sie möchten währenddessen etwas anderes tun können.
- Sie möchten Unterhaltung, Spaß oder Entspannung.
Das ist eine gute Nachricht für Vereine: Information, Weiterbildung und Hintergrundwissen stehen ganz oben. Ein durchdachtes Podcast-Konzept für Vereine muss also nicht versuchen, mit dem nächsten True-Crime-Hype mitzuhalten. Es darf hilfreich, informativ und fachlich sein.
Welche Podcast-Arten gibt es?
Bevor ihr euer eigenes Podcast-Konzept für Vereine entwickelt, hilft es, verschiedene Podcast-Arten zu kennen. Vielleicht hört ihr selbst schon Formate, die sich einer dieser Kategorien zuordnen lassen.
Journalistische Podcasts
Journalistische Podcasts arbeiten mit Recherche, Einordnung und journalistischen Standards. Sie können sich mit aktuellen Nachrichten beschäftigen oder ein Thema über mehrere Folgen hinweg vertiefen.
Für Vereine ist das nicht unbedingt eins zu eins übertragbar. Ihr könnt euch aber von der Herangehensweise inspirieren lassen: gute Fragen stellen, Fakten einordnen, unterschiedliche Perspektiven zeigen und Zusammenhänge erklären.
Zweitverwertung bestehender Inhalte
Viele Podcasts entstehen aus Radioformaten. Inhalte, die ursprünglich für das Radio produziert wurden, erhalten so ein zweites Leben.
Auch bei euch gibt es vielleicht Material, das sich weiterverwenden lässt: Webinaraufzeichnungen, Podiumsdiskussionen, Vorträge oder Gespräche von Veranstaltungen. Natürlich solltet ihr nicht einfach jede Aufnahme unbearbeitet hochladen. Aber wenn ihr künftig Veranstaltungen plant, könnt ihr von Anfang an überlegen, ob daraus zusätzlich Audio-Content entstehen kann.
Personal Branding und Vereinsgesichter
Manche Podcasts stehen stark für eine bestimmte Person. Das wird oft als Personal Branding bezeichnet – und das muss überhaupt nichts Negatives sein.
Vielleicht habt ihr Mitglieder, die gerne sprechen, sicher vor dem Mikrofon sind und eure Arbeit glaubwürdig vertreten können. Statt eines unpersönlichen „Vereinspodcasts“ könnte eine feste Person den Podcast moderieren und aus ihrer Perspektive auf eure Themen schauen.
Das schafft Wiedererkennung. Menschen folgen oft nicht nur Organisationen, sondern auch den Personen dahinter.
Marketing für Angebote, Produkte oder Programme
Viele Podcasts sollen Dienstleistungen oder Produkte vermarkten. Das klingt zunächst nach Wirtschaft und nicht nach Gemeinnützigkeit. Aber vielleicht habt ihr ebenfalls ein Angebot, für das ihr Menschen gewinnen möchtet.
Zum Beispiel:
- ein Mentoring-Programm mit neuen Mentor*innen und Mentees,
- einen Vereinsshop zugunsten eines Hilfsprojekts,
- Fortbildungen oder Beratungsangebote,
- eine Kampagne, für die ihr Unterstützung sucht.
Hier lohnt es sich, nicht nur über euer konkretes Angebot zu sprechen, sondern eine größere Themenwelt zu eröffnen. Eine Matratzenfirma muss beispielsweise keinen Podcast über Matratzen machen. Ein Podcast über Schlafen ist für viel mehr Menschen interessant.
Übertragt diesen Gedanken auf euren Verein: Welches größere, gesellschaftlich relevante Thema steckt hinter eurer Arbeit? Genau dort kann ein Podcast-Konzept für Vereine besonders spannend werden.
Storytelling-Podcasts
Storytelling-Podcasts erzählen Geschichten – echte oder fiktionale. True Crime ist ein bekanntes Beispiel, aber natürlich nicht die einzige Möglichkeit.
Auch Vereinsarbeit bietet Geschichten: eine Person, die Unterstützung gesucht hat; ein Problem, das im Alltag oft unsichtbar bleibt; ein Projekt, das etwas verändert hat. Vielleicht könnt ihr eine Geschichte in fünf oder acht Folgen erzählen und so emotional in ein Thema hineinführen.
Eine fiktionale Hauptfigur kann ebenfalls funktionieren, wenn sie auf ein reales gesellschaftliches Problem aufmerksam macht. Wichtig ist nur, dass ihr deutlich macht, was Realität, was Beispiel und was Erzählmittel ist.
Aufklärungs- und Weiterbildungspodcasts
Bei diesem Format ist die Sache klar: Menschen sollen etwas lernen. Ihr erklärt euer Thema, beantwortet häufige Fragen und zeigt eure Expertise.
Das kann besonders passend sein, wenn ihr zu einer seltenen Erkrankung arbeitet, Fachwissen vermittelt oder eine Zielgruppe informiert, die sonst nur schwer gute Informationen findet.
Hobby-Podcasts
Und bitte denkt nicht, dass ihr sofort ein professionelles Produktionsteam braucht. Viele gute Podcasts entstehen als Hobbyprojekt von ein, zwei oder drei engagierten Menschen.
Ihr dürft klein anfangen. Wenn sich euer Podcast-Konzept für Vereine bewährt, könnt ihr später immer noch mehr Zeit, Geld und technische Qualität investieren.
Die wichtigste Frage zuerst: Was wollt ihr erreichen?
Ein Podcast ist kein Selbstzweck. Deshalb beginnt jedes Podcast-Konzept für Vereine mit einer großen Frage:
Welche Rolle soll der Podcast in eurer Organisations- und Kommunikationsstrategie spielen?
Mögliche Ziele können sein:
- Aufklärungsarbeit leisten,
- neue Menschen für euer Thema interessieren,
- Mitglieder oder Ehrenamtliche gewinnen,
- euer Netzwerk stärken,
- Fundraising unterstützen,
- bestehende Mitglieder intern informieren,
- Menschen hinter dem Verein sichtbar machen.
Erst danach kommt die Frage, welche Folgen ihr machen möchtet. Ein Podcast nach dem Motto „Wir laden halt interessante Leute ein und stellen ihnen Fragen“ ist noch kein überzeugendes Konzept.
Menschen müssen verstehen: Warum soll ich diesen Podcast hören? Was bekomme ich davon? Für wen ist er gemacht?
Wenn ihr euren Podcast in einem Satz beschreiben könnt, habt ihr schon viel gewonnen. Dieser Satz ist euer kleiner Elevator Pitch für Website, Social Media, Gespräche und Podcast-Beschreibungen.
Je kleiner eure Organisation, desto konkreter sollte das Thema sein
Nicht jedes große Thema muss von jeder kleinen Untergruppe bearbeitet werden.
Wenn ihr beispielsweise eine Selbsthilfegruppe für eine seltene Erkrankung seid und deutschlandweit eine zentrale Anlaufstelle bildet, kann ein ausführlicher Informationspodcast sehr sinnvoll sein. Ihr habt spezielles Wissen, eine klar definierte Zielgruppe und vermutlich auch Menschen mit persönlichen Erfahrungen, die etwas beitragen können.
Wenn ihr dagegen ein kleiner Ortsverein seid, solltet ihr euch nicht unbedingt vornehmen, den endgültigen Podcast zu einem riesigen Thema für ganz Deutschland zu produzieren.
Das bedeutet nicht, dass ihr klein denken müsst. Aber euer Podcast-Konzept für Vereine sollte zu eurer Rolle passen. Vielleicht ist eure lokale Perspektive euer Vorteil: Was passiert vor Ort? Welche Menschen engagieren sich? Welche konkreten Herausforderungen erlebt ihr in eurer Stadt oder Region?
Zielgruppe: Für wen sprecht ihr eigentlich?
Die Zielgruppe ist kein optionaler Punkt, sondern ein Kernstück für euer Podcast-Konzept für Vereine.
Fragt euch:
- Kennen diese Menschen euren Verein bereits?
- Wissen sie schon viel über das Thema – oder fangen sie gerade erst an?
- Suchen sie Information, Unterhaltung, Orientierung oder Austausch?
- Welche Fragen stellen sie sich vermutlich?
- Welche Sprache und welche Beispiele passen zu ihnen?
Im besten Fall fragt ihr die Zielgruppe direkt. Wenn ihr neue Engagierte gewinnen möchtet, sprecht mit Menschen, die erst kürzlich zu euch gekommen sind. Was hat sie interessiert? Welche Informationen haben ihnen gefehlt? Wie sind sie auf euch aufmerksam geworden?
Solche Gespräche liefern oft bessere Folgenideen als ein langes internes Brainstorming.
Recherche ist keine Entmutigung, sondern eine Chance
Bitte recherchiert, welche Podcasts es in eurem Themenfeld bereits gibt.
Manche Teams vermeiden das, weil sie Angst haben, eine ähnliche Idee könnte sie entmutigen. Aber das Gegenteil ist meistens der Fall: Wenn es bereits Podcasts zu eurem Thema gibt, zeigt das, dass Interesse vorhanden ist.
Problematisch wird es eher, wenn ihr nicht recherchiert und anschließend Folgen produziert, die es in fast identischer Form schon mehrfach gibt.
Ihr braucht einen eigenen Blickwinkel. Im Marketing spricht man dabei vom Unique Selling Point, kurz USP: Was macht euer Angebot unverwechselbar?
Vielleicht ist ein bestehender Podcast eher unterhaltsam und ihr wollt fundiert informieren. Vielleicht führt jemand Solo-Folgen durch und ihr möchtet Betroffene interviewen. Vielleicht behandelt ein Podcast das Thema bundesweit – und ihr konzentriert euch auf eine bestimmte Region oder Zielgruppe.
Der vierte, fünfte oder sechste Podcast zu einem Thema kann absolut sinnvoll sein, wenn euer Podcast-Konzept für Vereine einen erkennbaren USP hat.
Arbeitet mit Formaten statt mit spontanen Einfällen
Formate sind Rahmen für eure Inhalte. Sie machen die Planung leichter, geben Orientierung und sorgen dafür, dass Menschen wissen, was sie erwartet.
Ihr könnt euch für ein einziges festes Format entscheiden. Zum Beispiel ein Interview, das immer ähnlich abläuft:
- Ihr stellt den Gast vor.
- Ihr startet mit drei oder vier kurzen Einstiegsfragen.
- Ihr führt ein vorbereitetes Hauptinterview.
- Der Gast fasst eine wichtige Botschaft zusammen oder gibt einen Tipp mit.
Oder ihr kombiniert mehrere Formate innerhalb eines Podcasts: Ein langes Interview einmal pro Monat, dazu eine kurze Folge mit fünf Tipps, eine Fragerunde oder ein persönlicher Erfahrungsbericht.
Für jedes Format könnt ihr einen kleinen Formatsteckbrief erstellen:
- Name: Wie heißt das Format intern oder nach außen?
- Frequenz: Erscheint es wöchentlich, monatlich oder quartalsweise?
- Ziel: Was soll die Folge bewirken?
- Aufbereitung: Informativ, inspirierend, humorvoll oder sachlich?
- Umfang: Zehn, 30 oder 60 Minuten?
- Gestaltung: Solo, Gespräch, Interview oder Feature?
- Prototypische Themen: Fallen euch direkt mehrere realistische Folgen ein?
Wenn euch für ein Betroffeneninterview sofort drei mögliche Gäste einfallen, ist das ein gutes Zeichen. Wenn ihr schon beim zweiten Thema festhängt, solltet ihr das Format noch einmal überdenken.
Solo, Co-Hosting, Interview oder Feature?
Ein Podcast-Konzept für Vereine muss auch festlegen, wer spricht und wie die Gespräche aufgebaut sind.
Die Soloshow
Bei einer Soloshow spricht eine Person allein. Das kann eine feste Stimme sein oder sich zwischen mehreren Teammitgliedern abwechseln. Solofolgen eignen sich gut für Erklärungen, Kommentare, Tipps oder persönliche Einordnungen.
Oft gibt es am Anfang ein kurzes Intro mit Musik oder Jingle und am Ende einen Call-to-Action: den Podcast abonnieren, euch auf Social Media folgen oder einen Link in den Shownotes besuchen.
Co-Hosting
Beim Co-Hosting moderieren zwei Menschen gemeinsam. Sie spielen sich gegenseitig die Bälle zu, diskutieren auf Augenhöhe und bringen unterschiedliche Perspektiven ein. Das kann lebendiger wirken als eine einzelne Stimme.
Das Interview
Beim klassischen Interview gibt es meist eine feste Host-Person und wechselnde Gäste. Die Gäste bringen Expertise, Erfahrungen oder eine Geschichte mit. Die Moderation stellt Fragen und hilft dabei, relevante Informationen verständlich herauszuarbeiten.
Features mit Einschüben
Ihr müsst euch aber nicht auf eine durchgehende Gesprächsform beschränken. Besonders journalistisch geprägte Podcasts arbeiten mit vielen Elementen: kurzen O-Tönen, Geräuschen, Erklärungen, Definitionen, Umfragen oder redaktionellen Ergänzungen.
Wenn ein Gast einen Fachbegriff benutzt, könnt ihr die Folge zum Beispiel kurz unterbrechen und erklären, was damit gemeint ist. Ihr könnt auf frühere Folgen verweisen, Antworten aus einer Instagram-Fragerunde einbauen oder mit Geräuschen eine Atmosphäre schaffen.
Das macht Folgen abwechslungsreicher. Und es zeigt: Ein Podcast muss nicht einfach aus 30 Minuten ungeschnittenem Reden bestehen.
Checkliste: Passt ein Podcast wirklich zu euch?
Bevor ihr euer Podcast-Konzept für Vereine endgültig beschließt, beantwortet diese Fragen möglichst ehrlich.
Habt ihr genug Zeit?
Rechnet nicht nur die Aufnahmezeit. Für eine 20- oder 30-minütige Folge braucht ihr auch Zeit für Recherche, Skript oder Stichpunkte, Terminabsprachen, Aufnahme, Schnitt, Export, Upload und Bewerbung.
Für den Schnitt könnt ihr bei einer normalen Folge ungefähr das Anderthalbfache der Aufnahmezeit einplanen. Bei aufwendigen Features mit Musik, Geräuschen und vielen Einschüben wird es deutlich mehr.
Wenn niemand im Team schneiden kann oder möchte, braucht ihr Budget für externe Unterstützung – oder eine Kooperation mit einer Person, die euch dabei unterstützt.
Passt Audio zu eurem Thema?
Ein Podcast ist nicht immer das beste Medium. Bei schambesetzten oder sehr persönlichen Themen kann ein Blog besser funktionieren, weil Erfahrungsberichte dort einfacher anonymisiert werden können.
Und wenn euer Thema stark visuell ist, kann ein Videoformat sinnvoller sein. Wenn ihr etwas zeigen möchtet, wäre es schade, wenn Menschen nur eure Stimme hören und das Eigentliche nicht sehen können.
Gibt es bereits viele ähnliche Podcasts?
Wenn es schon Formate gibt, ist das grundsätzlich ein gutes Zeichen. Prüft dann aber, ob ihr euch stärker spezialisieren oder einen anderen Blickwinkel wählen könnt.
Ein klarer USP ist wichtiger als die Frage, ob ihr wirklich die allerersten seid.
Seid ihr bereit, persönlich zu erzählen?
Ein Podcast, der nur sagt „Wir machen tolle Arbeit, bitte spendet“, wird wahrscheinlich niemanden lange begeistern.
Menschen möchten erfahren, wer hinter einem Verein steckt, was euch antreibt und wie eure Arbeit konkret aussieht. Wenn ihr als Team vollständig unsichtbar bleiben möchtet, passt ein anderes Medium möglicherweise besser zu euch.
Habt ihr Geduld?
Ein Podcast bringt nicht nach drei Folgen automatisch 10.000 Abonnent*innen oder ein volles Spendenkonto.
Ihr bekommt oft weniger unmittelbare Rückmeldung als auf Social Media. Es kann dauern, bis Menschen euch schreiben, Folgen teilen oder erzählen, dass ihnen eine Episode geholfen hat.
Wenn ihr dagegen einen Kanal mit direktem Austausch braucht, könnten regelmäßige Webinare eine gute Ergänzung oder Alternative sein. Dort bekommt ihr Fragen und Reaktionen live – und könnt die Aufzeichnung später immer noch als Podcast weiterverwenden.
Ein Podcast darf wachsen
Das wichtigste zum Schluss: Euer Podcast-Konzept für Vereine muss nicht von Anfang an perfekt sein.
Aber es sollte klar genug sein, damit ihr wisst, warum ihr den Podcast macht, für wen ihr sprecht und wie ihr die Arbeit langfristig schaffen könnt. Startet lieber mit einem überschaubaren, gut erklärbaren Konzept als mit zehn verschiedenen Ideen, die ihr alle gleichzeitig umsetzen möchtet.
Wenn ihr merkt, dass euch das Format Spaß macht und eure Zielgruppe darauf reagiert, könnt ihr später neue Reihen, aufwendigere Features oder zusätzliche Kanäle ergänzen.
Ein guter Podcast beginnt nicht mit Technik. Er beginnt mit einer klaren Idee.
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Diese Folgen von uns passen dazu:
136: Verschiedene Arten von Zielgruppen
140: 5 Tipps für die Arbeit mit der Persona-Methode
107: Vereins-Influencer*innen als Teil der Social-Media-Strategie
106: Kommunikation mit verschiedenen Zielgruppen mit Vanessa von Zeichen gegen Mobbing e.V.
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