Muss Social Media sein?!

Ist Social Media unverzichtbar?! Aus der Perspektive von sozialen Initiativen und Organisationen werden die Herausforderungen und Chancen beleuchtet, die die sozialen Netzwerken bieten. Wir untersuchen, welchen Mehrwert eine gezielte Social-Media-Strategie für verschiedene Arten von Vereinen und deren Zielgruppen schaffen kann. Und womöglich lautet eure Antwort ja auch „nein – das muss nicht sein.“ Dann ist es uns lieber, wenn ihr es ganz sein lasst, statt halbherzig einen Social-Media-Account mit einem Dutzend Followern zu betreiben 🙂

Inhalte

00:00Intro
01:19„Social Media muss sein“
02:26Die Funktionslogik der sozialen Netzwerke
12:14Warum Social Media für Vereine nicht “funktioniert”
24:25Social Media, ohne selber zu posten
28:35Arten von Social-Media-Accounts
32:32Übung: Was steckt dahinter? Eine Übung für die Themenfindung
40:18Was für einen Account wollt ihr gestalten?
41:33Erste & nächste Schritte

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Transkript

(Dieses Transkript wurde mit Hilfe von AI erstellt)

Katrin von erzähl davon [00:00:03]:
Muss Social Media sein für unseren Verein? Sorry, den Reim musste ich mitnehmen, den konnte ich nicht ignorieren. Hi, ich bin Katrin von erzähl davon und ich möchte heute über das Thema Social Media für Vereine sprechen, beziehungsweise ich will quasi nicht Social Media Tipps geben, sondern einen Schritt zurückgehen und gucken, muss das sein? Denn das ist eine Frage, die viele Vereine sich stellen. Ihr könnt jetzt mal mit überlegen, habt ihr bereits Social Media Auftritte für euren Verein? Ja oder nein? Wenn ihr noch keine habt, dann ist die Frage, überlegt ihr welche zu nutzen und wenn ihr sie schon habt, dann ist die Frage, seid ihr zufrieden mit den Ergebnissen. Falls ihr es noch nicht habt und es für euch auch nicht in Frage kommt, zum Beispiel aus irgendwelchen ethischen Gründen, dann könnt ihr an der Stelle abschalten und euch lieber einen anderen Inhalt von uns sehr davon angucken. Und das gleiche gilt auch, wenn ihr es schon habt und wenn ihr zufrieden seid. Wir haben auch ein paar weitere Social Media Folgen mit Tipps und Tricks. Vielleicht findet ihr dann da das, was ihr braucht. Besonders interessant sind für mich jetzt die Leute, die geantwortet haben, wir haben es noch nicht, aber wir überlegen, ob wir es nutzen und sind uns noch nicht sicher, ob es irgendwie zu uns passt.

Katrin von erzähl davon [00:01:07]:
Und die Leute, die sagen, wir haben das schon, aber wir sind nicht zufrieden mit den Ergebnissen. Wir haben irgendwie das Gefühl, wir stecken da viel Arbeit rein und es kommt noch nicht das bei raus, was wir gerne hätten. Also wenn ihr zu dieser Gruppe gehört, dann seid ihr hier richtig. Ich arbeite viel in Workshops und Beratungen mit Vereinen und gemeinnützigen Organisationen zusammen und ich habe schon häufiger den Spruch gehört, Social Media muss ja irgendwie sein, da kommt man ja nicht drumherum. Und ich möchte jetzt noch mal gucken, warum glauben denn die Leute, dass Social Media sein muss? Häufig höre ich, ja wir wollen uns verjüngen, wir wollen neue, jüngere Mitglieder finden und die sind halt auf Social Media, Da müssen wir halt auch dort sein, die zu erreichen. Oder generell dieses wir wollen neue Mitglieder finden und wir wollen bekannter werden. Bekannter werden kann natürlich auch andere Gründe haben, zum Beispiel, dass man sagt, wir wollen eine Spendenkampagne starten und brauchen dafür mehr Reichweite oder wir wollen Aufklärungsarbeit machen. Aber auch gerade dieses Mitgliedergewinnungsthema ist gefühlt für jeden Verein irgendwie gerade wichtig und relevant.

Katrin von erzähl davon [00:02:08]:
Grundsätzlich ist es natürlich auch richtig, dass gerade die sozialen Netzwerke von jüngeren Leuten benutzt werden, aber Die Frage ist, ob man dann einfach sagt, okay, dann machen wir uns auch einen Instagram-Account oder einen LinkedIn-Account und dann erreichen wir die schon. Ich glaube, ein bisschen komplizierter ist es dann doch. Wir gucken uns als nächstes jetzt die Funktionslogik der sozialen Netzwerke an. In meinen Live-Workshops erkläre ich diesen Teil mit der Funktionslogik immer ein bisschen ausführlicher, aber ich will euch jetzt hier die Kurzversion mitgeben. Wir können uns drei Fragen stellen. Wer will was in den sozialen Netzwerken? Was wollt ihr als Verein? Was will der Algorithmus, der berühmt-berüchtigte Algorithmus? Und was wollen die Leute, Also die Leute, die dann tatsächlich als NutzerInnen in den sozialen Netzwerken unterwegs sind. Wir starten mit der Frage in der Mitte, denn die sollte für euch am einfachsten zu beantworten sein. Was wollt ihr in den sozialen Netzwerken als Verein? Warum habt ihr euch dort angemeldet? Warum habt ihr dort ein Profil oder warum überlegt ihr, ob ihr ein Profil anlegen sollt? Wahrscheinlich sind das eben so Sachen wie Mitgliedergewinnung, Fundraising, ihr wollt Aufmerksamkeit auf euer Thema lenken, ihr habt Veranstaltungen oder irgendwelche Projektaktionen, wo Leute mitmachen können und wollt Leute dazu einladen.

Katrin von erzähl davon [00:03:16]:
Also das sind jetzt eure Gründe, warum ihr Social Media benutzt. Ich hoffe, es ist im Jahr 2024 bei allen angekommen, dass man Social Media nicht als Selbstzweck verwendet. Also nicht, wir wollen 1000 Follower, weil das sieht gut aus. Das ist hoffentlich jetzt kein Grund, sondern ihr habt in eurer Organisation, in eurer Vereinsarbeit, in eurem Engagement einen bestimmten Grund, von dem ihr denkt, dass Social Media euch helfen kann, das besser zu machen, das leichter zu erreichen, das schneller zu erreichen, wie eben Mitgliedergewinnung oder Leute zu einem Workshop einladen zum Beispiel. Und dass ihr das wisst, ist total wichtig. Also wenn ihr da jetzt das Gefühl habt, puh, ja irgendwie alles, dann ist es gut, wenn ihr euch nochmal einen Fokus setzt. Also nochmal überlegt, was ist denn jetzt gerade für uns in dieser Saison in unserem Verein besonders wichtig? Und vielleicht ist das Anfang des Jahres erstmal Mitgliedergewinnung und dann im Sommer ist es dann eher die Leute zu euren Veranstaltungen zu bringen und im Herbst dann nochmal ganz was anderes und das ist okay. Also überlegt euch da gerne euren Fokus, wenn der für euch gerade noch nicht klar ist.

Katrin von erzähl davon [00:04:15]:
Dann haben wir die nächste Frage, nämlich was will der Algorithmus? Das ist natürlich ein bisschen verkürzt, aber ihr habt wahrscheinlich alle schon mal davon gehört, dass Social Media Algorithmen eine wichtige Rolle spielen in der Art und Weise, wie diese Plattformen funktionieren. Und im ersten Schritt müssen wir uns noch mal das Geschäftsmodell dieser Plattformen vor Augen führen. Also wie verdienen die Firmen hinter den Social Media Plattformen, also zum Beispiel Meta hinter Facebook und Instagram oder Elon Musk hinter Twitter oder X, wie verdienen die ihr Geld? Und am häufigsten ist bei denen das Geschäftsmodell Werbung. Also sie haben Unternehmen, Werbepartner, die eine Anzeige schalten. Dafür bekommt die Plattform Geld und zeigt eben diese Anzeige verschiedenen Leuten. Und Es ist eine Win-Win-Situation, wenn irgendeine Person dadurch was entdeckt, was sie gebrauchen kann, was sie kaufen will, zum Beispiel eine neue Handtasche, und die Handtaschenfirma verdient dann Geld, weil sie eine neue Handtasche verkauft hat, und ja, einen kleinen Teil davon bekommt dann die Plattform dafür, dass sie diese Werbeanzeige gezeigt hat. Im besten Fall ist das ein Win-Win. Natürlich kann Werbung auch nervig und störend sein, das ist uns allen klar, aber das ist grundsätzlich das Geschäftsmodell und das sorgt dafür, dass wir diese Plattformen gratis benutzen können.

Katrin von erzähl davon [00:05:30]:
Also ja, es gibt bei manchen Plattformen irgendwie eine Bezahlversion, also es gibt irgendwie LinkedIn Premium oder wie das heißt und natürlich Elon Musk versucht auch so ein Twitter Premium zu verkaufen, aber das ist nicht notwendig. Also egal ob wir als Privatperson oder als Verein in den sozialen Netzwerken unterwegs sind, wir können das machen ohne einen Cent zu bezahlen. Wenn ihr also kein Budget habt für Werbeanzeigen oder wenn ihr aus anderen Gründen Werbung ablehnt, dann braucht ihr das nicht. Und das ist ganz wichtig, dass wir uns das noch mal klar machen, denn alle anderen Sachen kosten Geld, gefühlt, oder haben einfach eine höhere Barriere, da mitzumachen. Das ist also super wichtig, das müssen wir auf dem Schirm haben. Was wir auch auf dem Schirm haben müssen, ist, dadurch, dass das Geschäftsmodell auf Werbung basiert, ist es für die Plattformen total wichtig, dass viele Menschen diese Plattform nutzen und dass sie möglichst viel Zeit in dieser Plattform, auf dieser App verbringen. Also, wenn ich mich einlogge bei einem sozialen Netzwerk, zum Beispiel bei Facebook, und ich scroll ein bisschen und alles, was ich sehe, ist total langweilig, interessiert mich nicht oder weckt vielleicht sogar negative Gefühle in mir, dann werde ich diese App schließen und werde sagen, puh, Facebook ist aber langweilig geworden und dann ist es schlecht in dieser Funktionslogik der sozialen Netzwerke. Wenn ich hingegen eine Plattform öffne, zum Beispiel Instagram, und ich mag es dort, ich finde dort Inhalte, die mir gefallen, ich verbringe dort gerne Zeit, dann sehe ich natürlich auch viel Werbung und damit verdient das soziale Netzwerk an mir Geld.

Katrin von erzähl davon [00:07:00]:
Das müssen wir also auf dem Schirm haben, denn das ist etwas, was ganz viele Vereine und Co. Vergessen, wie genau dieses Geschäftsmodell funktioniert. Ich habe jetzt gerade die Leute schon angesprochen oder mich als Beispiel, dass ich zum Beispiel bei Facebook keinen Spaß mehr habe, Instagram hingegen sehr gerne mag. Und das ist jetzt eben noch dieser Faktor, den wir zusammenbringen müssen. Also wir müssen auf dem Schirm haben, dass die Plattformen ja wollen, dass die Leute gerne auf der Zeit verbringen, auf der Plattform Zeit verbringen, also müssen wir uns jetzt versuchen in die Leute hinein zu versetzen. Was bringt die denn dazu, gerne in einem sozialen Netzwerk zu sein? Und da muss ich jetzt schon mal direkt sagen, das ist total individuell. Also ihr dürft gerne von euch ausgehen, was für euch als Privatperson etwas ist, was euch Spaß macht in den sozialen Netzwerken. Ihr müsst aber auf dem Schirm haben, dass es für andere Leute ganz anders ist.

Katrin von erzähl davon [00:07:48]:
Also für viele Leute ist Social Media einfach ein Unterhaltungsfaktor. Ich gehe dorthin, wenn ich mich unterhalten lassen will, wenn ich abschalten will nach dem Feierabend, wenn ich an der Bushaltestelle sitze und ich muss Zeit totschlagen, bis der Bus kommt, dann ist das für viele Leute der Moment, wo sie eine App öffnen und sich irgendwelche lustigen TikTok-Videos angucken oder süße Katzenbilder oder Fotos oder so. Das ist eine von den verschiedenen Dimensionen von Mehrwert. Es gibt aber auch Leute, die lassen sich gerne informieren auf den Plattformen und die nutzen Social Media auch als News-Plattform, wo sie eben gucken, was gibt es Neues in meiner Branche, in meinem Thema, die sich sogar, ja, so Nachrichten im Social Media-Format angucken. Und wie gesagt, das ist sehr individuell. Es gibt jetzt also sicher Leute, die sich gerade an den Kopf fassen und sagen, Gottes willen, wie kann man denn Nachrichten auf Social Media konsumieren? Aber andersrum gibt es halt Leute, die sagen, ja, ich habe halt keine Zeit, 20 Uhr Tagesschau zu gucken und ich finde es total bescheuert, eine Print- Zeitung zu abonnieren, deswegen folge ich lieber ein paar News-Kanälen und kriege dann dort mit, was es Neues gibt. Das ist also wirklich total individuell, was man gerne in den sozialen Netzwerken macht. Also Information ist eine weitere Komponente.

Katrin von erzähl davon [00:08:58]:
Und dann gibt es noch die Komponente Inspiration. Also sich inspirieren lassen von den Inhalten anderer Leute. Das kann auf so einer ganz oberflächlichen Basis geschehen. Also ich gucke mir an, wie andere Leute ihr Wohnzimmer dekoriert haben und nehme dabei Inspiration mit für mich selber oder ich gucke mir irgendwelche Videos an und kriege dafür Motivation selber mal wieder ins Training zu gehen oder so. Aber gerade für Vereine und Co. Ist diese Inspirationskomponente auch total spannend, weil wir da eben darüber sprechen können, was für Werte wir haben, was für Visionen wir haben, wofür wir einstehen mit unserem Engagement, worauf wir hinarbeiten oder ob wir etwas bekämpfen möchten, einen Missstand bekämpfen. Also gerade diese Inspirationskomponente ist eigentlich für Vereine und soziale Initiativen nochmal super spannend, die Leute da zu packen, dass sie sagen, ja, das sehe ich genauso mega cool, dass die da was für machen oder gegen machen. Oder auch so ein Community-Gefühl wecken zu lassen, also zu sagen, ah, die Leute hier, die ticken so wie ich, wir haben was gemeinsam und ich fühle mich hier verstanden.

Katrin von erzähl davon [00:10:02]:
Und wie gesagt, das ist sehr individuell, aber wichtig ist, dass die Leute davon etwas haben, dass sie sich diese Inhalte angucken. Der Fachbegriff dafür ist auch Mehrwert. Also ich habe ihn gerade schon mal gedroppt, aber den könnt ihr euch jetzt offiziell merken. Also die Leute wollen etwas davon haben, dass sie einen Inhalt konsumieren. Der soll mit ihnen irgendwas machen, der soll sie informieren, der soll sie unterhalten, der soll sie inspirieren. Und wenn das gegeben ist, dann verbringen sie gerne Zeit in den sozialen Netzwerken. Und wenn wir das jetzt wieder zusammenbringen mit den anderen Dimensionen, Die Algorithmen, die merken das natürlich, ob ich mit einem Inhalt viel Zeit verbringe oder wenig, ob ich den Inhalt like und kommentiere oder ob ich einfach kommentarlos weiter scrollen, mir was anderes angucke oder vielleicht sogar die App verlasse, weil ich denke, puh, ist ja langweilig hier. Das heißt, die Algorithmen reagieren darauf, was die Leute mit einem Inhalt machen.

Katrin von erzähl davon [00:10:53]:
Ganz plump und vereinfacht gesagt. Und für uns bedeutet das, wenn wir dieses Social Media Spiel mitspielen möchten, dann müssen wir uns also überlegen, was wollen die Leute und was wollen die Algorithmen und müssen unsere Inhalte so aufbereiten, dass sie eben den Leuten gefallen. Und wenn Leute jetzt aber total egoistisch da drauf gucken und nur auf dieses mittlere, nur auf dieses was wollen wir, dann werden sie Inhalte posten, die eben in dieser social media funktionslogik nicht funktionieren dann werden sie einfach nur einen flyer posten für ihre veranstaltung weil sie egoistisch denken wir wollen leute zu unserer veranstaltung bringen aber so ein flyer wahrscheinlich auch noch so ein kleiner also der quasi für als Plakat gedacht ist, sondern aber auf Social Media viel zu klein ist, man kann das gar nicht richtig erkennen, es ist irgendwie überladen, vielleicht ist auch das Design nicht ganz so schön, das ist halt niemals ein Inhalt, der super viel Engagement bekommen wird. Also so nennt man das, wenn Leute mit einem Inhalt interagieren, wenn die damit was machen, wenn die sich das angucken, wenn die das liken, wenn die das kommentieren, wenn die das teilen, wenn die das speichern, wenn die damit irgendwas machen. Und Das ist einfach eine super wichtige Grundlage, die wir wissen müssen. Wenn wir Inhalte erstellen, die ganz egoistisch sind, die nicht zu Social Media passen und nicht zu den Leuten passen und zu den Algorithmen passen, dann wird Social Media für uns nicht funktionieren. Warum funktioniert Social Media für manche Vereine nicht? Die kurze Antwort ist, weil sie die Spielregeln nicht mitspielen. Also die Social Media Spielregeln, wo bin ich hier, wie funktioniert die Plattform, was wollen die Alten, was wollen die Leute.

Katrin von erzähl davon [00:12:28]:
Wenn ich das alles ignoriere, wenn ich ganz egoistisch denke, nö, ich will, dass die Leute für mich spenden, also poste ich jetzt meine E-Bahn und sage, bitte spenden, dann wird Social Media nicht funktionieren. Gucken wir uns das nochmal ein bisschen genauer an. Also, ein großer Punkt ist, dass Leute Social Media nur nutzen, Werbung zu machen. Werbung in Anführungsstrichen. Also sie haben irgendetwas, worauf sie aufmerksam machen wollen, so was wie eine Veranstaltung, ein Angebot, ein Projekt, vielleicht eine neue Broschüre, die man runterladen kann oder sowas. Und Social Media wird jetzt nur als allerletzter Schritt mitgedacht. Also man hat sich jetzt darauf konzentriert, dieses Produkt herzustellen, dieses Angebot herzustellen, diese Veranstaltung zu planen und der allerletzte Schritt ist jetzt, okay, jetzt gehen wir auf Social Media und posten dafür eine Werbung, damit die Leute das mitbekommen. Und ich hoffe, von dem, was ich euch eben erklärt habe, zu dieser Funktionslogik der sozialen Netzwerke, ist jetzt klar, dass das nicht funktioniert.

Katrin von erzähl davon [00:13:22]:
Weil eine Werbung in der Regel so gestaltet ist, dass es für die Leute nicht sonderlich engaging ist. Also es ist einfach nur ein Flyer oder ein Hinweis oder jetzt anmelden, Recycling Workshop, nächstes Wochenende oder so. Das ist kein Inhalt, der die Leute dazu einlädt, sich damit zu beschäftigen und damit irgendwas zu machen. Und dementsprechend wird der in dieser Funktionslogik der sozialen Netzwerke nicht funktionieren. Es gibt natürlich Ausnahmen, also wenn jetzt Fridays for Future mal wieder zu einer großen Demo aufruft, dann kann es sein, dass die einfach nur so einen Demo-Flyer posten und dass aber ganz viele Leute das teilen und sagen, ja, hier geht auch zur Demo. Ich will nicht sagen, dass das pauschal nie funktioniert, aber dafür braucht man dann halt schon irgendwie eine Community, die das dann weiter trägt. Und wenn man das noch nicht hat, also wenn man noch ganz am Anfang ist von Social Media auftritt oder wenn man generell jetzt nicht so eine engagierte Fanbase hat, sage ich mal, dann funktioniert das halt nicht. Dann postet man halt nur diese Werbung, gibt sich sonst keine Mühe, macht keine anderen Inhalte, denkt nicht darüber nach, wie man das für die Leute interessant machen könnte, und dann wird dieser Beitrag floppen.

Katrin von erzähl davon [00:14:30]:
Und da kommt man ja auch in so einen Teufelskreis, dass man sagt, okay, wir haben dreimal was gepostet, das hat dreimal nicht funktioniert, also wir haben nicht viel Reichweite bekommen, niemand hat irgendwie was drauf geantwortet, wir haben auch dadurch keinen Effekt gespürt, dass dadurch Leute zu unserer Veranstaltung gekommen sind oder dass wir dadurch Spenden erhalten haben, ja, dann funktioniert Social Media halt nicht. Und das ist dieser Teufelskreis, dann gibt man sich noch weniger Mühe oder dann postet man gar nichts mehr und das ist blöd. Der nächste Grund, warum Social Media nicht funktioniert, ist, wenn die Leute, die dafür zuständig sind, Social Media nicht verstehen. Und mit nicht verstehen meine ich jetzt, dass sie auch kein Gefühl dafür haben. Also natürlich kann man sich irgendwie den Wikipedia-Artikel durchlesen zu einem sozialen Netzwerk oder man kann irgendwie eine Schulung besuchen, aber ich glaube, man muss Social Media selber benutzen, zumindest als Konsumentin, damit man auch gut Social Media machen kann einfach weil dieses Gefühl was man entwickeln muss das kann man halt nicht lernen indem man in einer Schulung irgendwie was gesagt bekommt vor allem dann nicht wenn die Schulung erstmal daraus besteht dass man sagt so und so viel Millionen Leute nutzen auf der Welt TikTok, so und so viele Leute nutzen Instagram. Das ist halt Quatsch. Also das sind halt Infos, die einem null weiterbringen, dann selber eigenes Social Media Inhalte zu erstellen. Sondern es ist viel besser, wenn Leute sagen, okay ich mache mir jetzt mal einen eigenen Account, ich muss ja nicht mal meinen Klarnamen benutzen, ich nenne mich Lisa Müller 123 und dann poste ich da einfach nur Fotos und Videos von meinem Hund, wie der übers Feld läuft oder von meinem Garten, wo ich irgendwie einen neuen Baum gepflanzt habe oder so und guck einfach mal, wie das funktioniert.

Katrin von erzähl davon [00:16:07]:
Also wie poste ich da was, wie kann ich Texte, Bilder, Fotos, Grafiken, Videos, wie kann ich die bearbeiten und was kommt gut an. Dieses Gefühl selber zu entwickeln, das ist Gold wert. Und was ich halt mitbekomme ist, dass häufig bei Hauptamtlichen, dass die eigentlich in dem Verein angestellt sind oder in der NGO, in whatever, Die sind eigentlich angestellt als Sachbearbeiterin oder als Sozialarbeiterin oder als Projektverantwortlicher und plötzlich wird denen eben zusätzlich gesagt, hey du musst Social Media machen. Und die haben halt keine Ahnung und vielleicht nutzen sie es privat auch nicht, weil sie sagen, mag ich nicht, aus ethischen Gründen will ich da nicht sein, whatever. So und andersrum, was ich häufig bei Ehrenamtlichen sehe, dass da irgendwelchen jungen Leuten gesagt wird, ja ja macht ihr mal Social Media, ihr könnt das ja besser, aber dann gibt es halt immer noch eine Kontrollinstanz oben drüber, also irgendwie einen Vorstand oder so, der das Ganze nochmal absegnen muss. Und der blockiert dann häufig kreative Ideen, weil er eben sagt, nee, das finde ich irgendwie affig, wenn ihr hier dieses Video macht, oder nee, das passt nicht zu uns. Und wenn dann dieser Vorstand Social Media nicht versteht und eben dann den jungen kreativen Leuten nicht diese Freiheit gibt, das mal auszuprobieren und die lange Leine, einfach zu sagen, ja, ja, macht mal, ich vertraue euch, das sind Faktoren, dass es einfach nicht funktioniert, weil dann kreative Ideen blockiert werden oder weil man dann sehr, sehr langsam reagiert. Also es gibt vielleicht nicht einen Trend, den man mitmachen will, aber der Vorstand hat erst in dreieinhalb Wochen Zeit, einem Daumen hoch oder Daumen runter zu geben und bis dahin ist der Trend schon wieder vorbei.

Katrin von erzähl davon [00:17:44]:
Und das sind alles Sachen, die diese interne Kommunikation, wenn die langsam läuft, dann funktioniert auch die externe Kommunikation nicht. Was auch passiert manchmal ist, dass Inhalte gepostet werden, die für die eigentliche Zielgruppe gar nicht spannend sind. Das kann zum Beispiel sein, dass man aus Versehen zu viel Fachsprache benutzt, weil man selber im Thema schon total drin ist und eigentlich Leute erreichen will, die von dem Thema noch nicht so viel Ahnung haben. Oder was auch ganz häufig passiert, ist, dass man nur mit der eigenen Bubble kommuniziert. Also Ich sehe das häufig, es gibt ja so, zum Beispiel so Wohlfahrtsverbände, wo dann jeder einzelne Ortsverein einen eigenen Instagram-Account hat. Und da kommunizieren dann da 20 verschiedene Ortsverbände miteinander und kommentieren gegenseitig ihre Beiträge, aber sie erreichen halt gar nicht die eigentlichen Leute, die sie erreichen wollen. Also zum Beispiel die 20 bis 40-Jährigen in der Stadt, wo der Ortsverein sitzt. Und das ist natürlich Quatsch, das ist Zeitverschwendung.

Katrin von erzähl davon [00:18:42]:
Und auch hier kommt wieder dieses, Man postet irgendwelche Dinge, die man schon hat und erstellt sie nicht so, dass sie zu Social Media passen. Also man postet irgendwie den Flyer, den man gestaltet hat, ihn auszudrucken und zu verteilen und postet den und wundert sich dann, warum das nicht funktioniert. Oder dass man nicht weiß, was man posten soll und aus Verlegenheit dann irgendwelche Sachen postet, die eigentlich gar nicht auf diese Ziele des Vereins einzahlen. Also zum Beispiel, wir sind da zum Teil vielleicht sogar mitschuldig, also wir stellen ja von der Zelle auch immer diese Kommunikationsanlässe-Listen immer einmal im Jahr und was manchmal passiert ist, dass Leute dann nur solche Listen benutzen und dann einfach nur gucken, oh was ist denn diese Woche für ein Aktionstag? Oh, es ist der Tag der Katze, dann posten wir mal ein witziges Video von der Katze Und das hat eigentlich dann mit dem, was der Verein macht, nichts zu tun. Also wenn ihr unsere Liste benutzt, bitte nutzt sie nur als Ergänzung. Bitte nehmt nur die Tage, die wirklich was mit euch zu tun haben. Und bitte überlegt euch, was ihr selber zu sagen und zu posten habt. Und verlasst euch quasi nicht nur auf diese externen Anlässe und postet dann irgendwas und versucht dann auch biegen und brechen eine Verbindung herzustellen, was das mit euch und eurer Vereinstätigkeit zu tun hat.

Katrin von erzähl davon [00:19:55]:
Der letzte Punkt, warum Social Media häufig nicht funktioniert, ist, dass man schlichtweg zu wenig dort aktiv ist. Also man postet nur super selten oder man postet super unregelmäßig. Es kann sein, dass Leute das so ein bisschen benutzen wie so ein Notnagel. Also man hat irgendwie Angebote und wenn dann mal in einem Workshop noch Plätze frei sind, dann postet man zwei Tage vorher auf Social Media und sagt, hey Leute, noch freie Plätze im Workshop jetzt anmelden. Und ja, sieht das halt so als so eine schnelle Rettung, jetzt die Plätze noch voll zu kriegen und wundert sich dann, warum dann da nichts passiert, wenn man vorher wochenlang diesen Account ignoriert und da gar nichts gemacht hat. Oder was man auch manchmal macht ist, wie so ein Kumpel, der sich nur dann meldet, wenn er umzieht und Hilfe braucht und der schreibt dann bei WhatsApp, hey na, wie geht’s? Und man freut sich, ah cool, dass der sich mal wieder meldet und antwortet und das nächste Ding ist dann hast du am Wochenende Zeit und man sagt ja und dann ja cool kannst mir beim Umzug helfen. Fühlt sich auch scheiße an, wenn wir ehrlich sind, wenn man so das Gefühl hat, man meldet sich nur, wenn man was von einem braucht. Und das Ganze passiert natürlich bei Social Media auch und weder die Leute noch die Algorithmen mögen das, wenn man ihnen das Gefühl gibt, man meldet sich nur bei ihnen, weil man jetzt gerade was von ihnen will.

Katrin von erzähl davon [00:21:13]:
Also wenn man jetzt gerade die Crowdfunding Kampagne startet und vorher eben monatelang nichts gepostet hat, dann wird der Post auch nicht funktionieren. Ich bekomme häufig die Frage in Workshops, wie häufig müssen wir posten mit unserem Vereinsaccount und ich höre dann immer schon raus, dass die Leute von mir am liebsten hören wollen, ihr müsst nicht so häufig posten oder dass ich ihnen Absolution gebe, dass es okay ist, wenn sie nur alle zwei Wochen mal was von sich hören lassen und nee, sorry, aber das mache ich nicht, weil ganz ganz viele Organisationen posten einfach super selten. Also die posten nur alle paar Wochen, weil sie halt sagen, ja wir haben keine Zeit oder haben irgendwie nichts zu erzählen oder so. Und nein, das ist nicht okay. Also wir sprechen hier später noch darüber, in welchem Fall das okay ist. Aber wenn ihr was erwartet von Social Media, dann könnt ihr nicht nur alle paar Wochen was von euch hören lassen. Und was vielleicht euch hilft, das besser zu verstehen oder euch zu motivieren, überlegt mal, wie häufig ein durchschnittlicher Social Media User Social Media benutzt. Also wenn ihr jetzt zum Beispiel junge Leute erreichen wollt und ihr wollt auf TikTok oder auf Instagram gehen oder meinetwegen auch die Älteren, die Facebook nutzen, überlegt mal, wie häufig die Person sich wohl einloggt und wie viel Zeit sie in den Apps verbringt.

Katrin von erzähl davon [00:22:31]:
Und wenn wir jetzt davon ausgehen, dass das junge Leute sind, die nutzen Social Media täglich. Die sind täglich auf Social Media. Die sind da vielleicht 20 Minuten, vielleicht 30 Minuten, vielleicht auch länger. Wie hoch ist die Chance, dass sie euren Beitrag sehen und sich an euch erinnern, wenn sie täglich eine halbe Stunde in diesen Apps sind und ihr aber nur alle zwei Wochen einmal was postet. Die sehen euch nicht häufig, wenn sie euch überhaupt sehen, Denn der Algorithmus mag es ja wiederum, wenn man regelmäßig was von sich hören lässt. Das heißt, wenn die Person dann ihre App öffnet, dann sieht sie vielleicht erst mal andere Inhalte, bevor euer Inhalt vom Algorithmus vorgeschlagen wird, damit sie das sieht. Und es ist halt komplett klar, dass Social Media dann nichts bringt, weil dann überhaupt niemand eure Beiträge sieht oder wenn man dann zu euch gar keine Beziehung, gar keine Bindung mehr hat, weil man so lange nichts von euch gehört hat. Und wenn ihr also wirklich ernsthaft Social Media benutzen wollt, dann müsst ihr die Frequenz hochschrauben.

Katrin von erzähl davon [00:23:30]:
Und das heißt nicht, dass ihr jetzt stundenlang jeden Tag am Handy hängen müsst, was zu posten, weil ich nämlich auch das Gefühl habe, dass viele Organisationen das zu verkomplizieren und sehr ineffizient sind in der Art und Weise, wie sie Inhalte erstellen. Und zum Beispiel denken, sie müssen immer erst irgendwie ein Fotoshooting machen, damit sie ein Foto haben, dann irgendwas zu kommunizieren. Also so ein bisschen der Gegenpol. Es gibt die, die einfach nur ihre Flyer und ihre Broschüren und irgendwelche Website-Screenshots posten und sich da so gar keine Mühe geben. Und es gibt diesen Gegenpol, die immer erst denken, wenn wir kein professionelles Foto haben von unserem Event, können wir auch nicht über unser Event posten, also lassen wir es lieber ganz sein. Ich glaube, da gibt es einen Mittelweg dazwischen, dass Content-Produktion effizient ist, nicht so viel Zeit kostet, nicht so viel Ressourcen kostet, also nicht, wir müssen erst einen Fotografen beauftragen, auf der anderen Seite halt auch nicht so lieblos ist, wie wir machen ein Screenshot von unserer Website und posten das. Wie könnt ihr als Verein Social Media nutzen, ohne selber zu posten? Und mit nutzen meine ich jetzt, wir haben ja darüber gesprochen, dass eben junge Leute zum Beispiel Social Media benutzen und dass das halt auch so ist, also wenn man junge Leute erreichen will, ist Social Media grundsätzlich keine schlechte Idee. Und vielleicht könnt ihr euch das zu Nutze machen, dass eben die Leute, die ihr erreichen wollt, dort sind, ohne dass ihr selber postet.

Katrin von erzähl davon [00:24:50]:
Wenn wir uns jetzt also vorstellen, ihr habt eine Zielgruppe, die ihr erreichen wollt und hoffentlich nicht Zielgruppe alle, sondern ihr habt euch da Gedanken gemacht und sagt irgendwie junge Leute, die sich für Klimaschutz interessieren und die wir zu unserer Veranstaltungsreihe einladen wollen oder Leute mit Hund, die sich für unseren Tierschutzverein interessieren könnten, hier sich ehrenamtlich im Tierschutz zu engagieren oder die vielleicht hier ihren nächsten Hund von uns adoptieren wollen oder einen Zweithund oder so. Also ihr habt eine Zielgruppe vor Augen, die ihr erreichen möchtet und wenn ihr die jetzt überlegt, dann habt ihr quasi zwei Varianten, wie ihr die erreichen könnt. Ihr könnt entweder versuchen, sie selber zu erreichen, also zu sagen, wir machen einen Social Media Auftritt und versuchen damit an diese Zielgruppe ranzukommen oder alternativ könnt ihr überlegen, können wir über eine Multiplikatorin oder einen Multiplikator gehen. Also gibt es Personen oder Organisationen, die schon ein Draht haben zu dieser Zielgruppe und mit denen wir wiederum auch eine Beziehung haben und die wir quasi so dazwischen schalten können. Wenn ihr jetzt sagt, das ist für uns sehr schwierig, diese Zielgruppe direkt zu erreichen oder wenn ihr sagt, wir haben absolut keine Ressourcen für Social Media, dann überlegt doch mal, welche Multiplikatoren gibt es denn schon, die mit dieser Zielgruppe in Kontakt sind. Und vielleicht ist das im Fall der jungen, umweltengagierten Leute ein anderer Verein, der auch was mit einer ähnlichen Zielgruppe macht und der eben da schon eine Social Media Präsenz hat. Oder vielleicht sind es eure eigenen Mitglieder, die ihre Peers quasi einladen können. Also vielleicht hat die Hundefreundin, die sich bei euch engagiert, vielleicht hat die eine WhatsApp-Gruppe mit anderen Hundehalterinnen und Hundehaltern in der Region, in dem Stadtteil und könnte für euch als Multiplikatoren dienen, eure Vereinsinfos an diese Leute weiterzuleiten.

Katrin von erzähl davon [00:26:42]:
Oder vielleicht gibt es einen aktiven Instagram-Account von einem anderen Umweltschutzverein aus eurer Stadt, der schon eine aktive Community hat. Und wenn ihr dann das schaffen würdet, dass die eure Informationen verbreiten oder eine Veranstaltungseinladung oder irgendwas, dann würdet ihr quasi damit an die gleiche Zielgruppe kommen, ohne dass ihr selber versuchen müsst, euch diese Präsenz aufzubauen, diese Zielgruppe zu erreichen. Es gibt natürlich auch klassische Influencerinnen und Influencer, die vielleicht eure Wunschzielgruppe erreichen. Das ist ein bisschen schwierig. Also ich würde nicht erwarten von Influencerinnen und Influencern, dass sie kostenlos für euch Inhalte posten, Werbung machen, eure Sachen teilen, einfach nur, weil ihr halt gute Sachen macht oder den guten Zweck habt. Influencer-Marketing hat sich in den letzten Jahren stark professionalisiert und ich sage mal so, wenn ihr von den Influencerinnen und Influencern erwartet, dass sie kostenlos arbeiten, dann wird das nicht so gut ankommen. Also wenn ihr sagt, es gibt da eine Influencerin, die würde total gut zu uns passen, weil sie zum Beispiel aus unserer Stadt kommt oder genau unsere Wunschzielgruppe hat, dann könntet ihr natürlich anfragen, ob die das pro bono machen würde oder ihr könnt eben gucken ob ihr das honorar habt oder das das geld hat das budget habt ihr ein honorar zu zahlen für ihre tätigkeiten als influencer denn da kommen wir jetzt schon zu den bezahlten varianten ihr könnt natürlich auch Geld in die Hand nehmen und gucken, okay, wie können wir an unsere Zielgruppe kommen, indem ihr eben selber Werbeanzeigen schaltet. Also das ist jetzt wieder der Teil der Funktionslogik der sozialen Netzwerke, wo ihr selber zu den Werbetreibenden werdet oder eben durch Influencerinnen und Influencer, wo ihr quasi denen etwas dafür bezahlt, dass die eure Inhalte teilen oder eine Kampagne mit euch machen, zum Beispiel Spenden einzuwerben oder Aufmerksamkeit auf ein Thema zu lenken oder eure Veranstaltungsreihe voll zu kriegen oder so.

Katrin von erzähl davon [00:28:31]:
Wenn ihr kein Budget habt, dann ist das okay. Ich will nicht sagen, dass ihr das machen müsst. Ich will es nur als Option euch zeigen. Sprechen wir über verschiedene Arten von Social Media Accounts. Ihr als Verein, ihr denkt vielleicht, wenn ihr ein Social Media Account machen wollt, ja dann Machen wir halt einfach einen Account, keinen Ahnung, Instagram Account oder eine LinkedIn-Seite oder eine Facebook-Seite und benennen die nach unserem Vereinsnamen und dann posten wir da irgendwas. Ich glaube aber, da gibt es noch andere Varianten und die gucken wir uns jetzt an. Also der Organisationsaccount ist der Klassiker, so nenne ich das, wenn ihr quasi einen Account macht, den ihr nach eurem Vereinsnamen oder Organisationsnamen benennt und wo ihr halt die Sachen postet, die sehr eng an euren Aktivitäten dran sind. Also sowas wie Events, Veranstaltungen hinter den Kulissen, woran ihr gerade arbeitet, sowas halt, was gerade bei euch passiert.

Katrin von erzähl davon [00:29:21]:
Das ist der Klassiker, ich glaube aber, dass es noch andere Möglichkeiten gibt und vielleicht sind diese anderen Möglichkeiten für euch passender. Vielleicht wollt ihr auch beim Klassiker bleiben, das ist auch okay. Eine Alternative zu einem klassischen Organisationsaccount als Verein ist ein Themenaccount. Bei einem Themenaccount stellt ihr wirklich euer Thema in den Fokus und nicht euren Verein oder eure Organisation. Das Beispiel, das ich hier mitgebracht habe, das nennt sich Jugendliche Väter Und auf den ersten Blick auf diesem TikTok-Account sieht man gar nicht, wer dahinter steckt. Ich verrate es euch, es ist der SKM Bundesverband, also eine Woförtsorganisation, und bei diesem Projekt geht es darum, jugendliche Väter bis 27 Jahren zu unterstützen, Aufklärungsarbeit zu machen, Hinweise zu geben, auch weiter für eine Beratungsangebote und so weiter. Man sieht aber auf den ersten Blick nicht, wer dahinter steckt, sondern das Thema steht ganz klar im Vordergrund. Und der große Unterschied zwischen so einem Themen-Account und einem Organisations-Account ist, dass man beim Themen-Account viel schneller auf den ersten Blick sieht, interessiert mich das oder nicht.

Katrin von erzähl davon [00:30:23]:
Und das ist für Social Media ein sehr, sehr wichtiger Faktor. Wenn fremde Leute auf uns aufmerksam werden, egal aus welchem Grund, Also vielleicht wurde ein Beitrag von uns geteilt, vielleicht ist es irgendwie auf der For You Page oder auf einer Explore Page gelandet, vielleicht wurde es mir irgendwie weitergeleitet von jemandem. Wenn ich auf einem Inhalt lande, dann muss ich in kurzer Zeit verstehen können, worum geht es hier und ist das für mich relevant oder what’s in it for me. Also ich muss schnell verstehen können, lohnt es sich für mich, wenn ich mir diese Inhalte näher angucke, lohnt es sich für mich, wenn ich hier auf folgen drücke und wenn die Leute das nicht verstehen oder wenn sie sagen, nee das interessiert mich nicht, dann sind sie weg und kommen auch nicht wieder. Wenn wir es aber schaffen, den Leuten das zu zeigen, warum lohnt es sich hier zu folgen oder warum lohnt es sich, das hier genauer anzugucken, dann haben wir eine Chance, dass sie eben zu unseren Followern werden und dass sie eben Teil unserer Community werden. Und mit einem Themen-Account ist es viel viel schneller zu kommunizieren, was das Thema ist und ob das für mich interessant ist oder nicht, als bei einem Organisations-Account. Also beim Account Jugendliche Väter kann ich auf den ersten Blick gucken, ist das für mich relevant oder nicht. In dem Fall, nein, ich bin kein Vater und ich bin noch älter als 27, aber ich habe vielleicht jemanden im Hinterkopf und denke, oh, für die Person könnte das interessant sein.

Katrin von erzähl davon [00:31:42]:
Vielleicht kenne ich jemanden, der zu dieser Zielgruppe ganz klar gehört und könnte der Person das weiterleiten und sagen, guck mal hier, ich glaube, das ist ein Account, der passt zu dir oder der ist für dich interessant. Bei einem Organisationsaccount ist es so, entweder ich kenne die Organisation schon und sage, ah cool, die kenne ich ja, cool, dass die auch bei Instagram sind, ich folge mal und schau mal, was die so machen. Oder ich kenne die Organisation noch nicht und bei einem Organisationsaccount, also wenn es eben benannt ist nach dem Namen des Vereins, dann ist es viel schwieriger zu überlegen, worum könnte es hier gehen? Ist das für mich interessant oder nicht? Oder im Worst Case denke ich, naja, ich habe ja mit dieser Organisation nichts am Hut, interessiert mich ja nicht, was die da gerade machen, warum sollte ich hier folgen? Also mit einem Themenaccount ist es viel, viel leichter, neue Follower zu gewinnen und eben auf den ersten Blick zu zeigen, worum es hier geht und warum das hier interessant sein könnte. Als Übung für euch. Ich mache diese Übung auch gerne in Workshops und Co. Wir können das nicht zusammen besprechen, aber ich gebe es euch einfach mal mit. Überlegt mal, was steckt hinter euren Aktivitäten? Und Ihr könnt diese Übung machen, indem ihr einen Satz formuliert mit nicht nur, sondern. Nicht nur ein Fußballverein, sondern elf Freunde aus sieben Ländern.

Katrin von erzähl davon [00:32:56]:
Nicht nur gemeinsam wandern, sondern das Erleben der Natur mit allen Sinn. Und wenn ihr diese Übung für euch macht, wenn ihr diesen Satz für euch mal ausformuliert, dann könnt ihr gucken, was ist denn bei uns das Thema? Was ist bei uns das Thema, über das wir sprechen könnten, zu dem wir einen Themenaccount machen könnten? Also nicht nur, sondern was steckt dahinter? Was sind die Ziele des Vereins? Was ist die Haltung des Vereins? Was ist das verbindende Element, was die Vereinsmitglieder zusammenbringt? Vielleicht ist das für euch eine Inspiration, falls ihr euch entscheiden solltet, einen Themen-Account zu machen, statt einen Organisations-Account. Ich werde manchmal gefragt, ob man das auch mischen kann, also ob man nicht irgendwie eine Mischform machen kann aus Organisations- und Themen-Account. Ich würde sagen, viele Leute machen eine Mischform, aber ich würde es nicht unbedingt empfehlen. Und tatsächlich unseren Erzähler-von-Account würde ich auch als eine Mischform zählen. Oder als anderes Beispiel der Account von Wostel, der ist sehr gut, dem solltet ihr folgen. Vom ersten Blick, vom Namen her sind beides Organisationsaccounts, weil es eben den Namen der Organisation trägt und nicht nur das Thema, aber von dem Inhalt her, den beide Accounts posten, wäre es schon eher ein Themen-Account. Wir haben da aber quasi diesen Nachteil, dass es auf den ersten Blick nach einer Organisation aussieht und das für manche fremde Leute abschreckend wirken könnte.

Katrin von erzähl davon [00:34:16]:
Ich würde es also nicht unbedingt direkt so planen, sondern wenn ihr Lust habt, wirklich einen Themenaccount zu machen und nicht eben nur über konkret das, was ihr macht, zu sprechen, sondern über das Thema dahinter. Und das eignet sich vor allem bei Organisationen, die sich selber auf die Fahne geschrieben haben, Aufklärungsarbeit machen zu wollen. Also wenn euer erklärtes Vereinsziel ist, möglichst viele Menschen über ein Thema aufzuklären zum Beispiel, dann macht das Sinn. Und bei Sachen, die nicht so ortsabhängig sind. Also wenn ihr etwas macht, was zum Beispiel digital stattfindet und wo es euch nicht darum geht, unser Ziel mit Social Media ist, zehn Leute in diesen Workshop zu bringen in Köln, sondern wenn ihr sagt, das ist für Menschen in der ganzen deutschsprachigen Welt interessant zum Beispiel, dann lohnt es sich erst recht einen Themen-Account zu machen und dann würde ich dem auch einen Themen-Account-Namen geben und nicht unbedingt einen Organisations-Namen. Eine weitere Account-Art ist der Visitenkarten-Account und der funktioniert, wie der Name schon sagt, wie eine Visitenkarte. Also man postet auf diesem Account nicht mehr oder man hat noch nie dort selber aktiv gepostet, sondern man gestaltet das Profil einfach nur so, dass es wie eine Visitenkarte die wichtigsten Informationen vermittelt. Es gab einige Leute, die sich entschieden haben Twitter zu verlassen, als Elon Musk Twitter gekauft hat, weil sie halt gesagt haben, nee, die Plattform hier verändert sich so, dass es zu uns nicht mehr passt.

Katrin von erzähl davon [00:35:36]:
Wir verlassen die Plattform. Statt dann aber den Account einfach komplett zu löschen, haben sie den Account so umgewandelt, dass man dort die wichtigsten Infos findet und vielleicht verweist auf einen anderen Kanal. Also sowas wie, hey, wir sind stattdessen beim sozialen Netzwerk. Folg uns doch dort. Also, machst du dort noch oder so. Oder man kann auf die Website verweisen zum Beispiel. Das ist ein so ein Use Case für einen Visitenkarten-Account, wenn man mal aktiv war und sich dann entscheidet, dort nicht mehr aktiv zu sein. Ein anderer Grund für einen Visitenkarten-Account könnte sein, wenn ihr häufig verlinkt werdet oder wenn ihr häufig gesucht werdet auf dem sozialen Netzwerk.

Katrin von erzähl davon [00:36:12]:
Also angenommen zum Beispiel, ihr habt eine Zielgruppe, die aktiv ist bei Instagram. Ihr selber wollt oder könnt aber nicht bei Instagram sein. Aber es passiert halt manchmal, dass zum Beispiel eure Vereinsmitglieder über ihr Engagement sprechen und dann würden die euch verlinken. Oder sie würden halt davon erzählen und deren Follower würden dann vielleicht danach suchen. Und es wäre dann sehr schade, wenn sie dann nichts finden würden oder nichts Passendes finden würden. Es könnte also dann ein Use Case sein, dass ihr so einen Visitenkarten Account anlegt, einfach nur euch den Namen gesichert zu haben und einfach nur quasi da zu sein Und wenn dann jemand über euch spricht und euch verlinkt, oder wenn halt jemand über euch spricht und eine dritte Person euch dann sucht, dann würde man zumindest etwas finden und könnte von dort aus dann weitergeleitet werden und sagen, hey, wir sind hier nicht aktiv, aber melde dich doch für unseren E-Mail-Newsletter an, wenn du mitbekommen willst, was bei uns gerade so Neues gibt. Oder hey, wenn du uns kontaktieren willst, das sind die drei besten Möglichkeiten, schreibe uns eine E-Mail, rufe uns an oder schicke uns eine Nachricht über das Kontaktformular auf unserer Website oder sowas. Dann entgeht euch quasi nicht dieser Traffic, also diese Aufmerksamkeit, wenn schon über euch gesprochen wird auf der Plattform und das sonst so im Nirvana verschwinden würde.

Katrin von erzähl davon [00:37:22]:
Ein cooles Beispiel für so einen Visitenkarten-Account oder für diese Logik von einem Visitenkarten-Account ist der Account krisenchat.de. Und was die machen ist, die haben ein Chatangebot für junge Leute, die sich in einer Krise befinden oder die jemand zum Reden brauchen und der Content, den die machen, der ist total auf diese junge Zielgruppe ausgerichtet. Also der Content ist total breit, Die machen dann Content über, keine Ahnung, Liebeskummer und Prüfungsangst und mentale Gesundheit und alles, was eben die jungen Leute interessiert und für die relevant ist. Mit den drei Pinposts, die man bei Instagram anpinnen kann an den Statusprofils, damit können sie jetzt aber nochmal auf ihre Organisation an sich dahinter aufmerksam machen. Also, zu zeigen, hey, das ist ein Account, wo es nicht nur Liebeskummer geht, sondern du kannst eben auch bei uns entweder dieses Angebot nutzen oder dich bei uns engagieren und selber Beraterin oder Berater werden. Und dafür haben sie quasi diese drei PIN-Posts benutzt, einmal zu zeigen, wie kann man selber Beraterin werden, dann die häufigsten Fragen zu beantworten. Also wahrscheinlich sowas wie, kann ich mich anonym beraten lassen oder ist das kostenlos, was die Leute halt so für Fragen haben. Und der dritte PIN, der wird benutzt für PraktikantInnen gesucht.

Katrin von erzähl davon [00:38:31]:
Ich kann mir vorstellen, dass sie diesen dritten Pin dann vielleicht auch regelmäßig austauschen, je nachdem was für sie in ihrer Organisation gerade wichtig ist. Dadurch ist dieser Account quasi eine Kombination aus einem Themenaccount von dem Content, den sie posten, aber sie nutzen diese drei Pins, jetzt nochmal so Visitenkarten-mäßig die wichtigsten Infos oben sichtbar zu halten. Es gibt noch eine weitere Account-Art, aber die ist eher so ein Bonus, weil die für die meisten von euch wahrscheinlich nicht relevant ist. Und zwar könnt ihr auch einen Personen-Account benutzen, über euren Verein zu sprechen. Das macht aber nur Sinn, wenn diese Person dann auch wirklich langfristig für euren Verein da ist. Es macht halt keinen Sinn zu sagen, ach wir nehmen jetzt irgendeine junge Person und sagen, mach du mal einen Instagram Account als Nina von Verein XY und poste dort über dein Engagement, wenn Nina dann vielleicht in einem halben Jahr den Verein wieder verlässt oder aufgrund ihres Studiums keine Zeit mehr hat oder so. In dem Fall, das Beispiel, was ich euch hier mitgebracht habe, da ist das Marek, Marek Fink, der hat nämlich Zeichen gegen Mobbing gegründet. Also er ist der Gründer von diesem Verein, der sich gegen Mobbing in Schulen und bei Jugendlichen einsetzt und da macht es total Sinn, weil, naja, Marek hat das gegründet und so schnell wird er die Organisation wahrscheinlich nicht verlassen und wenn es für die Person, also in dem Fall für Marek, okay ist, dann kann man eben ihre Personenmarke benutzen, auf den Verein aufmerksam zu machen und über den Verein zu berichten.

Katrin von erzähl davon [00:39:53]:
Wie gesagt, das macht nicht für alle von euch Sinn, aber gerade, wenn ihr vielleicht Gründer habt oder irgendwie zentrale Figuren in eurem Vereinskonstrukt, die bereit sind, Social Media zu machen, dann wäre das vielleicht auch eine Option zu sagen, wir posten nicht so viel als Verein, aber diese Person ist vielleicht wie eine Botschafterin und wir machen das über diese Person, dass die zeigt, was es in unserer Initiative Neues gibt oder was wir gerade machen. Ihr könnt jetzt also überlegen, wenn ihr schon einen Account habt oder wenn ihr überlegt, einen Account zu machen, vielleicht sagt ihr auch bisher, nee, wir sind raus, ist nix für uns, aber wenn ihr euch entscheidet, einen Account zu machen, dann entscheidet euch bitte ganz bewusst, was für einen Account wollt ihr machen. Macht euch bitte bewusst, dass es diese verschiedenen Arten von Accounts gibt und entscheidet euch bewusst, was davon ihr benutzen wollt. Wenn ihr sagt, naja wir wollen eigentlich selber gar nicht posten, wir wollen einfach nur präsent da sein, zum Beispiel verlinkt werden zu können, dann ist ein Visitenkarten-Account für euch das richtige. Wenn ihr sagt, naja, wir machen den klassischen Weg, wir wollen halt einen Organisations-Account haben, wo wir darüber reden, was wir machen oder vielleicht wollen wir auch Anzeigen schalten, dann ist ein Organisations- Account für euch das richtige. Und wenn ihr sogar sagt, wir wollen Social Media nutzen, wirklich über unser Thema zu sprechen, wir wollen dort Aufklärungsarbeit machen, eine Community aufbauen, dann wäre ein Themenaccount das Richtige für euch. Und wenn ihr sagt, nee, wir entscheiden uns dagegen, wir wollen uns da komplett rausziehen, dann ist das auch okay, dann lasst es einfach. Dann entscheidet euch dagegen, einen Account zu machen oder dann löscht auch einen Social Media Account, wenn ihr das Gefühl habt, der bringt euch nix und ihr habt auch keinerlei Lust, da Zeit und Ressourcen rein zu stecken, es nochmal neu zu probieren, eine neue Social Media Strategie aufzustellen oder euch weiterzubilden.

Katrin von erzähl davon [00:41:30]:
Vielleicht ist für euch dann die Lösung, dass ihr auf andere Kanäle setzt und nicht auf Social Media. Was sind jetzt eure ersten oder nächsten Schritte in den sozialen Netzwerken? Im ersten Schritt solltet ihr euch wirklich nochmal überlegen, wer sind wir und was wollen wir mit Social Media erreichen? Also was ist gerade euer Fokus, was ist gerade euer Ziel und könnt ihr das irgendwie messbar machen? Also zum Beispiel, wenn ihr euch als Ziel setzt, wir wollen, dass mehr Leute zu unseren Veranstaltungen kommen und wollen Social Media dafür benutzen, vielleicht könnt ihr das irgendwie abfragen bei der Anmeldung, hey, wie hast du von unserem Workshop erfahren, dann wirklich zu messen, ob Social Media da was bringt oder nicht. Fragt euch dann, wollt ihr selber aktiv sein oder wollt ihr eher indirekt dort vertreten sein, durch einen Visitenkarten-Account, durch MultiplikatorInnen oder durch Werbeanzeigen. Je nachdem wie ihr euch entscheidet, könnt ihr dann die passende Profilart wählen. Super wichtig ist es, dass euer Profil aussagekräftig ist. Also entweder ihr erstellt jetzt ein neues Profil oder ihr überarbeitet euer aktuelles und da ist es total wichtig zu gucken, okay, versteht man auf den ersten Blick, worum es hier geht? Ist unser Profil attraktiv für Besucherinnen und Besucher? Also schaut da nochmal, wie beschreibt ihr euch, benutzt ihr Branding-Elemente, je nach Plattform-Funktion hat man da noch verschiedene Sachen, also habt ihr irgendwie ein Kontaktformular, was man verlinken kann, habt ihr Story-Highlights oder Pin-Posts, habt ihr ein Titelbild, was ihr hinterlegt, Passt das alles zusammen und ist das aktualisiert? Wenn das irgendwie alles veraltet ist oder irgendwie ein bisschen hässlich aussieht oder so, wäre das der erste Schritt, erstmal euer Profil auf Vordermann zu bringen. Und dann könnt ihr überlegen, was ihr posten wollt. Und da wirklich zu überlegen, was haben wir zu sagen.

Katrin von erzähl davon [00:43:01]:
Wie gesagt, wenn ihr einfach nur Veranstaltungsflyer postet, dann müsst ihr euch nicht wundern, wenn das nicht viele Leute erreicht. Wenn das für euch okay ist, dann macht weiter so. Ansonsten geht noch mal in diese Themenfindung, also was haben wir zu sagen. Dazu gibt es von uns von der CDAFON auch ein paar Inhalte über Themenfindung, Berichte, Falle und so weiter, die verlinke ich euch gerne in den Show Notes. Wir haben ja über Mehrwert gesprochen und für euch kann das auch mal nochmal ein kleiner Trick sein oder so ein kleiner Check sein zu überlegen, wenn wir darüber sprechen würden, wenn wir das posten würden, was genau wäre der Mehrwert für die Leute? Und im besten Fall könnt ihr das dann einfach beantworten und sagen, da würden sie was Neues lernen über das Thema oder da würden sie inspiriert werden oder da würden sie verstehen, was unsere Werte sind. Wenn es euch schwerfällt, diesen Mehrwert festzulegen, dann hat der Beitrag wahrscheinlich nicht so viel und ist eher werblich und dann könnt ihr zurück ans Reißbrett und euch nochmal neue Themenideen überlegen. Wenn ihr dann postet, ist es total wichtig, dass ihr versteht, dass Social Media sich ständig ändert und dass ihr nicht einmal jetzt eine Strategie festlegen könnt und euch dann zurücklehnen und dann mal sagen, ja, das machen wir jetzt die nächsten Monate und Jahre, sondern, dass ihr Sachen ausprobieren müsst. Also, können wir mal ausprobieren, ein Talking-Head-Reel zu posten? Können wir mal ausprobieren, eine Frage zu stellen und die Leute zur Diskussion einzuladen und guckt, was passiert und was funktioniert? Also, ihr müsst bei Social Media einfach am experimentieren bleiben, besser zu verstehen, was funktioniert und was nicht.

Katrin von erzähl davon [00:44:22]:
Denn das ist natürlich total individuell für euren Account, für eure Community und so weiter. Da gibt es leider kein Patentrezept, dass man einfach sagt, postet dienstags ein acht Sekunden langes Reel und du gehst viral. Das ist Quatsch, wenn ihr irgendwie solche Tipps seht. Und zu guter Letzt, vergesst nicht, social zu sein. Also zum Beispiel auch anderen Leuten zu folgen oder bei anderen Leuten zu kommentieren. Oder zu schauen, ob ihr vielleicht eine Kooperation machen könnt mit einem anderen Account. Vielleicht einem befreundeten Verein oder wenn ihr selber Vereinsinfluencerinnen habt, die selber eine Reichweite haben, also versucht wirklich da ein Auge für zu bekommen, was es für Gelegenheit geben könnte, wirklich sich sozial zu verhalten und nicht einfach nur Flyer und Infos zu posten und sich wieder auszuladen. Die Frage muss Social Media sein? Ich hoffe, ihr könnt die jetzt ein bisschen besser für euch beantworten oder ihr habt zumindest ein paar Anregungen und Fragen mitgenommen, die ihr vielleicht intern in eurer Organisation noch mal klären müsst, bevor ihr diese Frage beantworten könnt.

Katrin von erzähl davon [00:45:17]:
Guckt gerne auf erzählerfond.de vorbei für mehr Inhalte rund digitale Öffentlichkeitsarbeit und gute Kommunikation für Vereine und Co. Wir haben da auch verschiedene Inhalte rund Social Media. Ich bin mir sicher, ihr werdet da fündig und könnt euch noch ein bisschen inspirieren lassen. Und wenn ihr noch eine Frage habt oder einen Themenvorschlag, dann könnt ihr euch gerne bei uns melden über das Kontaktformular oder über Social Media. Wir sind zum Beispiel bei Instagram aktiv und könnt uns dort euren Themenvorschlag schreiben und vielleicht machen wir daraus dann eine neue Podcast-Folge oder einen neuen Inhalt. Vielen Dank fürs Zugucken und bis zum nächsten Mal!

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